Von der Europäischen Kommission finanzierte Verbundforschung in medizinischer Biotechnologie bringt Therapien der nächsten Generation voran
Die Biotechnologie ist gegenwärtig in einem beispiellosen Aufschwung begriffen. Von ihrer zentralen Rolle im vorgeschlagenen Rahmen für das 10. RP(öffnet in neuem Fenster) bis hin zu ihrer Ausweisung als gezielter Investitionsbereich innerhalb der Plattform für strategische Technologien für Europa(öffnet in neuem Fenster) (STEP) ist die Biotechnologie nun fest als Pfeiler der Wettbewerbsfähigkeit Europas positioniert. Die Strategie für europäische Biowissenschaften(öffnet in neuem Fenster) von 2025 und der kürzlich vorgeschlagene Europäische Biotech-Rechtsakt(öffnet in neuem Fenster) unterstreichen diese Dynamik und stellen die medizinische Biotechnologie in den Mittelpunkt der Industrie- und Innovationsstrategie Europas. Diese Maßnahmen zielen in ihrer Gesamtheit darauf ab, die Bedingungen zu schaffen, unter denen Forschung und Innovation in der medizinischen Biotechnologie gedeihen können. Ein starkes Forschungs- und Industrieökosystem wird wiederum den rechtzeitigen Zugang der Patientinnen und Patienten zu innovativen Behandlungen und Produkten verbessern und ihre Lebensqualität erhöhen. In diesem Pack werden zehn EU-finanzierte Projekte hervorgehoben, die beispielhaft veranschaulichen, wie Verbundforschung im Rahmen von Horizont 2020, Säule II, wissenschaftliche Exzellenz vorantreibt sowie den Patientinnen und Patienten Nutzen bringt. Die Arbeit dieser Projekte erstreckt sich auf die Bereiche regenerative Medizin, Präzisionsimmuntherapie, KI-gestützte Diagnostik, fortgeschrittene Fertigung und Implantate der nächsten Generation, wobei die Bandbreite und die Auswirkungen des europäischen Ökosystems der medizinischen Biotechnologie veranschaulicht werden. Mehrere Projekte zielen darauf ab, die Bereitstellung innovativer neuer Behandlungen zu beschleunigen. Das Team von AutoCRAT entwickelte automatisierte Systeme zur raschen Bewertung von stammzellbasierten Osteoarthritisbehandlungen, während es in REPO-TRIAL um den Einsatz eines systemmedizinischen Ansatzes zur Patientenstratifizierung auf der Grundlage von Krankheitsmechanismen ging, der präziseren Versuchen zur Nutzung von Arzneimitteln diente. Mithilfe eines synthetischen, 3D-gedruckten Schilddrüsenmodells trug das Projekt SCREENED dazu bei, unsere Fähigkeit zur Ermittlung endokriner Disruptoren in der Umwelt drastisch zu verbessern. Eine Reihe von Forschungsbemühungen konzentrieren sich auf regenerative Ansätze zur Behandlung chronischer und degenerativer Krankheiten. Die Arbeiten von JOINTPROMISE und NSC-Reconstruct erweitern die Grenzen der Gewebetechnik durch Biodruck lebender Implantate, die Knochen und Knorpel regenerieren können, bzw. durch aus Stammzellen gewonnene neuronale Transplantate zur Reparatur geschädigter Hirnschaltkreise. Im Rahmen des Projekts VANGUARD wurde ein lebendes biotechnologisch hergestelltes Implantat entwickelt, das die Funktion der Bauchspeicheldrüse ersetzen soll und einen Weg zur Heilung von Typ-1-Diabetes weist. Mit den Projekten wird außerdem demonstriert, wie Biotechnologie mittels personalisierter Therapien seit langem bestehende klinische Probleme lösen kann. Das Team von EU-TRAIN entwickelte KI-gestützte Instrumente zur Verbesserung der Risikostratifizierung bei Nierentransplantierten, um unnötige Biopsien zu vermeiden. Im Zuge von ImmunoSep wurden erfolgreich die Ergebnisse bei Sepsis durch Behandlungen verbessert, die auf spezifische Immunstörungsprofile zugeschnitten sind. Das Team von HIT-CF war in der Lage, an Mukoviszidose Erkrankte mit extrem seltenen genetischen Varianten zu screenen, um gezielte Therapien zu entwickeln, während bei FEMaLe KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz kamen, um subtile Muster zu erkennen, die auf Endometriose hinweisen, und somit bereits viel früher Diagnosen stellen zu können. Insgesamt veranschaulichen die Projekte, auf welche Weise EU-finanzierte Forschung die wissenschaftlichen Grundlagen, technologischen Plattformen und klinischen Erkenntnisse liefert, die gebraucht werden, um Europas Führungsrolle in der medizinischen Biotechnologie auszubauen. Da Europa verstärkt strategische Technologien in den Mittelpunkt rückt, zeigen diese Ergebnisse, wie wichtig nachhaltige Investitionen sind, um bahnbrechende Innovationen auf den Weg zu bringen. Durch Unterstützung der kollaborativen, multidisziplinären Forschung innerhalb der gesamten Landschaft der medizinischen Biotechnologie treibt Horizont 2020, Säule II, weiterhin den Fortschritt hin zu wirksameren, personalisierten und zugänglichen Therapien voran, die das Leben von Patientinnen und Patienten in Europa und darüber hinaus verbessern.