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FOODCoST: FOOD Costing and Internalisation of Externalities for System Transition

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Verbesserte tatsächliche Kostenrechnung für nachhaltige und gerechte Ernährungssysteme

In den globalen Agrar- und Ernährungssystemen sind enorme Kosten versteckt. Praxisnahe Erkenntnisse, Instrumente, Strategien und Empfehlungen ermöglichen eine genauere Messung, Internalisierung und Umsetzung.

Nahrungsmittelpreise und Produktionskosten spiegeln selten die gesamten ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Kosten und Nutzen (Externalitäten) von Produktion und Verbrauch wider. Das Schließen dieser Lücke könnte Anreize für nachhaltigere, gesündere und gerechtere Ergebnisse entlang der Nahrungsmittelwertschöpfungskette schaffen. Das EU-finanzierte Projekt FOODCoST(öffnet in neuem Fenster) möchte Ansätze der „tatsächlichen Kostenrechnung“ (True Cost Accounting, TCA) harmonisieren –, um den Wert ökologischer, gesundheitlicher und sozialer Externalitäten genau zu beziffern. Erst dann können ergänzende politische Maßnahmen und Geschäftsmodelle die Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit entlang der Nahrungsmittelwertschöpfungskette steigern.

Internalisierung von Externalitäten anhand von 11 Fallstudien

FOODCoST untersuchte anhand von 11 Fallstudien, wie versteckte Kosten gemessen und in Marktpreise oder politische Maßnahmen einbezogen werden können. Die Studien bewerteten die Primärproduktion (Kaffee, Gemüse, Hülsenfrüchte, Fisch, Fleisch), verbrauchsbezogene Steuern und Kennzeichnungen sowie Nachhaltigkeitsindikatoren in Kredit- und Investitionsszenarien. Ökologische Externalitäten wie Emissionen sowie Wasser- und Bodennutzung wurden größtenteils durch fiskalpolitische Instrumente, Zertifizierung, Kennzeichnung und technologische Optimierung adressiert. Policy-Mixes, also Kombinationen verschiedener politischer Maßnahmen, schnitten durchweg besser ab als Einzelmaßnahmen. So förderte beispielsweise die Kombination von Treibhausgassteuern auf konventionelles Fleisch, Subventionen für Alternativen, Zertifizierung und Förderinstrumenten (einschließlich Kennzeichnung und Aufklärungskampagnen) den Übergang zu pflanzlichen Alternativen und nachhaltigem Rindfleisch. Policy-Mixes, die sowohl die Nachfrage der Verbraucherschaft als auch Anreize für die Herstellung berücksichtigen, sind am vielversprechendsten. Zuckersteuern und Ansätze zur tatsächlichen Preisbildung trugen dazu bei, gesundheitliche Externalitäten – die ernährungsbedingte Krankheitsbelastung und die Lebensmittelsicherheit – zu internalisieren, obgleich die investive und institutionelle Akzeptanz nach wie vor begrenzt ist. Soziale Externalitäten – Arbeitsrechte, existenzsichernde Einkommen, Gerechtigkeit und das Wohlbefinden der Tiere – erwiesen sich als am schwierigsten zu internalisieren und erfordern ergänzende staatliche Durchsetzungsmaßnahmen, sozialen Schutz und eine Governance der Wertschöpfungskette, um Wirkung entfalten zu können.

Modelle, Datenbanken und Analyseinstrumente

Im Rahmen des Projekts wurde die Kostenrechnung von Externalitäten in neun TCA-Ansätzen bewertet, darunter das Modell „Shadow Prices of Impact Quantities – Food System“ (SPIQ-FS, Schattenpreise von Auswirkungsgrößen – Ernährungssystem). Angesichts der unterschiedlichen Methoden und Daten erwies sich eine vollständige Harmonisierung als Herausforderung. „Zu den Prioritäten für die künftige Standardisierung gehört die Unterscheidung zwischen tatsächlichen Externalitäten und Auswirkungen, die aus anderen Marktversagen resultieren“, sagt Projektkoordinator Michiel van Galen von Wageningen Research(öffnet in neuem Fenster). Unter Verwendung des SPIQ-FS-Ansatzes hat Projektpartner Universität Oxford eine öffentlich zugängliche EU-globale Datenbank zu externen Kosten auf Länderebene(öffnet in neuem Fenster) und ein Emulations-Tool zur Bewertung ernährungsbedingter Risiken im Zusammenhang mit der globalen Krankheitsbelastung(öffnet in neuem Fenster) entwickelt. Erstgenannte Datenbank stellt externe ökologische und ernährungsbedingte Grenzkosten bereit; das zweitgenannte Emulations-Tool simuliert die Auswirkungen der Ernährung auf nichtübertragbare Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen sowie deren Folgen für die Produktivität. Diese Arbeit floss direkt in den Bericht „State of Food and Agriculture“ (2024) über den Zustand der Ernährung und Landwirtschaft ein und deckte die enormen versteckten Kosten durch Produktivitätsverluste auf, die den globalen Agrar- und Ernährungssystemen durch ernährungsbedingte gesundheitliche Auswirkungen entstehen. Darüber hinaus betrachtete eine weitere FOODCoST-Studie(öffnet in neuem Fenster) speziell die globalen Krankheitskosten, wobei die Behandlungskosten anstatt der Produktivitätskosten im Fokus standen – diese waren deutlich geringer, jedoch erheblich (über 1,5 Billionen Euro; umgerechnet von 1,7 Billionen US-Dollar zum Wechselkurs von 2024). Das Team integrierte die Bewertung von Externalitäten in zwei führende makroökonomische Politikmodelle für europäische Agrar- und Ernährungssysteme. FOODCoST kombinierte diese mit der EU-globalen Datenbank, mit Modellen zum Verhalten der Verbraucherschaft und mit von Interessengruppen entwickelten Szenarien zur Internalisierung von Externalitäten, um einen integrierten Analyse-Instrumentenkasten bereitzustellen. „Nutzerinnen und Nutzer können die Auswirkungen von politischen Maßnahmen, Geschäftsstrategien und Verbrauchsinterventionen in diesen Szenarien interaktiv erkunden(öffnet in neuem Fenster)“, erklärt van Galen.

Politische Empfehlungen für die Umsetzung und einen gerechten Übergang

In allen externen Kostenkategorien erwies sich eine belastbare Messung als erforderlich, jedoch unzureichend. „Eine breitere Umsetzung hängt von der Abstimmung der Internalisierungsansätze mit ergänzenden Regulierungs-, Berichts- und Marktrahmen wie auch von den Beziehungen innerhalb der Wertschöpfungskette und den Gewohnheiten der Verbraucherschaft ab“, fasst van Galen zusammen. „Eine Kombination verschiedener politischer Maßnahmen übertrifft Einzelmaßnahmen, und jede Internalisierungsstrategie sollte ausdrücklich auf Gerechtigkeit abzielen, einschließlich der Verteilung der Übergangskosten und der erforderlichen Schaffung international gleicher Wettbewerbsbedingungen.“ Insgesamt hat FOODCoST demonstriert, dass externe Kosten einen tatsächlichen, enormen Faktor darstellen. Die praxisnahen Erkenntnisse, Instrumente und Strategien des Projekts können die Harmonisierung von TCA-Ansätzen sowie den Übergang zu mehr Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit in globalen Ernährungssystemen unterstützen.

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