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Berechnung echter Kosten offenbart Klimaauswirkungen von Lebensmittelsystemen

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts FOODCoST wurden Methoden entwickelt, um die tatsächlichen Kosten der Nahrungsmittelerzeugung unter Berücksichtigung von Klima- und Umweltauswirkungen aufzuzeigen. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen und politisch Verantwortliche nachhaltigere Strategien ermitteln und umsetzen.

Zwar tragen die Verbraucherinnen und Verbraucher viele der direkten Kosten im Zusammenhang mit Lebensmitteln, etwa die der Rohstoffe, der Produktion, des Transports, doch eine Reihe von externen Kosten, wie die der durch intensive Landwirtschaft verursachten Umweltzerstörung und der CO₂-Emissionen aus Produktion, Verarbeitung und Transport, bleiben meist unberücksichtigt.

Kostentransparenz als Motor für Wettbewerbsfähigkeit

Um hier eine Lösung zu finden, hat das Team des Projekts FOODCoST(öffnet in neuem Fenster) das Konzept der tatsächlichen Kostenrechnung übernommen, um diese „externen“ Kosten zu messen und zu bewerten, wobei ihnen ein monetärer Wert zugewiesen wird. Diese Darstellung der tatsächlichen Produktionskosten kann Unternehmen und Verantwortlichen der Politik dabei helfen, Entscheidungen zu fällen und zu begründen, die sie andernfalls möglicherweise nicht treffen würden. „Es geht darum, die richtigen Anreize für Unternehmen zu schaffen und politisch Verantwortliche zum Handeln zu ermutigen“, erklärt FOODCoST-Projektkoordinator Michiel van Galen von der Universität Wageningen(öffnet in neuem Fenster) in den Niederlanden. Eine derartige Transparenz kann Unternehmen zudem einen Wettbewerbsvorteil auf Märkten verschaffen, auf denen die Verbraucherinnen und Verbraucher zunehmend Wert auf Umweltbewusstsein legen. „Wir verfügen bereits über viele Klimalösungen, setzen sie aber nicht um, weil wir sie für zu teuer halten“, stellt van Galen fest. „Das Wissen um die potenziellen negativen Folgen des Klimawandels für unsere Volkswirtschaften kann dazu beitragen, das Gefühl der Dringlichkeit zu verstärken.“

Nahrungsmittelerzeugung und Klimaresilienz im Fokus

Die harmonisierte Echtkostenmethodik von FOODCoST wurde ausgearbeitet, um eine Reihe von externen Kosten, darunter Klimawandel, biologische Vielfalt sowie soziale und gesundheitliche Auswirkungen, besser zu berechnen. „Der Klimawandel war einer der wichtigen externen Effekte, die wir betrachteten“, merkt van Galen an. „Die Landwirtschaft trägt wesentlich zum Klimawandel bei.“ Bei ihrer Modellierung versuchte sein Team, Treibhausgasemissionen und andere mit der Landwirtschaft verbundene Umweltauswirkungen wie beispielsweise Entwaldung einzubeziehen. Die Projektarbeit vereinte zwei große Forschungsstränge. Der erste war die Notwendigkeit einer Berechnung der echten Kosten auf Produktebene. Bei der Kakaoproduktion gehören zu den versteckten Umweltkosten beispielsweise die Entwaldung und der Verlust der biologischen Vielfalt, die sich nicht in den Endverkaufspreisen widerspiegeln. Einen zweiten Strang bildete die Notwendigkeit einer Berechnung der tatsächlichen Kosten auf der Ebene des Lebensmittelsystems. Es wurde eine globale Datenbank(öffnet in neuem Fenster) erstellt, um die Auswirkungen von Produktionsmethoden und Ernährungsgewohnheiten der Verbraucherinnen und Verbraucher zu erfassen.

Hindernisse bei Berechnung echter Kosten abbauen

Im Rahmen des Projekts wurde bereits eine Evaluierung(öffnet in neuem Fenster) von Strategien zur Internalisierung nicht in den Kosten erfasster Auswirkungen im Lebensmittelsystem veröffentlicht. Parallel dazu erschuf das Projektteam ein Instrument zur Untersuchung der Auswirkungen von Internalisierungsbemühungen(öffnet in neuem Fenster) unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien wie Kampagnen zur Veränderung des Verbraucherverhaltens sowie erhöhter Steuern und verschärfter Verordnungen. „Es zeigt sich, dass ein Mix aus verschiedenen politischen Maßnahmen erforderlich ist“, berichtet van Galen. „Wir können restriktive Maßnahmen ergreifen (zum Beispiel Verbote oder Beschränkungen für bestimmte Inhaltsstoffe), aber es ist sehr wichtig, auch Bewusstsein und Transparenz zu schaffen, zum Beispiel durch Kennzeichnung und Anreize für Veränderungen.“ Diese sind in den vom Projektteam vorgelegten politischen Empfehlungen(öffnet in neuem Fenster) dargelegt. Auswirkungen auf Umwelt und Tierwohl im Zusammenhang mit der Tierhaltung könnten durch die Einführung einer einheitlichen Kennzeichnung auf der Vorderseite der Verpackung angegangen werden, während ein reduzierter Pestizideinsatz durch strengere Verordnungen und steuerliche Anreize erreichbar wäre. Außerdem befasste sich das FOODCoST-Team mit Geschäftsmodellen und Strategien und untersuchte Hindernisse, die der Einführung einer Berechnung der echten Kosten im Wege stehen. Es ist die Veröffentlichung eines Schritt-für-Schritt-Handbuchs geplant, das Unternehmen bei der Arbeit an der Internalisierung von externen Effekten unterstützen wird.