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Bodennutzungsmodelle zeigen Möglichkeiten für kostengünstige Emissionseinsparungen in der Landwirtschaft auf

Neue Modellierungsinstrumente offenbaren Bereiche, in denen eine gezielte Finanzierung von Landwirtschaftsbetrieben zu weniger Emissionen und zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen könnte, während der Bodenertragswert um 2 % sinkt.

Böden binden Kohlenstoff, erzeugen Nahrungsmittel, sichern die Lebensgrundlagen im ländlichen Raum und schützen die Natur – jedoch nicht immer am selben Ort oder zur selben Zeit. Deshalb gestalten sich Entscheidungen in der Land- und Forstwirtschaft schwierig. Eine Politik, die auf dem Papier gut aussieht, kann Landwirtschaftsbetrieben Kosten auferlegen, lokale Gegebenheiten außer Acht lassen oder den Druck auf andere Bereiche verlagern. Das EU-finanzierte Projekt LAMASUS(öffnet in neuem Fenster), das vom Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse(öffnet in neuem Fenster) koordiniert wird, entwickelt Modellierungsinstrumente und Verfahren für die Einbindung von Interessengruppen, um politischen Verantwortlichen den Vergleich dieser Kompromisse zu erleichtern. Die Projektarbeit unterstützt den europäischen grünen Deal(öffnet in neuem Fenster), die Vision für Landwirtschaft und Ernährung sowie die weiteren Phasen der gemeinsamen Agrarpolitik(öffnet in neuem Fenster).

Bodennutzungsmodelle zeigen, in welchen Bereichen die Agrarpolitik noch mehr bewirken kann

LAMASUS kombiniert Bodennutzungsdaten, Simulationen zu Anbau- und Grasflächen, Modelle zur biologischen Vielfalt und Kostenbewertungen auf landwirtschaftlicher Betriebsebene. Ein Kurzdossier des Projekts, das in einem CORDIS-Nachrichtenartikel behandelt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass eine strategische De-Intensivierung von 7 % der landwirtschaftlichen Flächen in Europa die landwirtschaftlichen Emissionen um 4,9 %, also um etwa 12 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr, reduzieren könnte, während der Gesamtwert der landwirtschaftlichen Produktion um 2 % zurückgehen würde. Der Punkt ist, nicht jedem landwirtschaftlichen Betrieb die Umsetzung der gleichen Maßnahmen aufzuerlegen. Tamás Krisztin, Co-Hauptforscher von LAMASUS und leitender Forscher am Internationalen Institut für Angewandte Systemanalyse, erklärt hierzu: „LAMASUS hilft politischen Verantwortlichen dabei, öffentliche Mittel dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen für die Umwelt erzielen können, indem Gebiete identifiziert werden, in denen der Druck auf die Bodennutzung Änderungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftungsverfahren und in manchen Fällen auch der regionalen Produktzusammensetzung erfordert.“

Die strategische De-Intensivierung der Landwirtschaft ohne schlichten Produktionsrückgang

Für Außenstehende kann sich „De-Intensivierung“ so anhören, als ginge es darum, weniger Landwirtschaft zu betreiben. In der Praxis versteht das Projekt darunter jedoch eine durchdachtere Verwendung von Betriebsmitteln wie Düngemitteln, Pestiziden, Kraftstoff und Viehdichte auf der Basis von besseren Fachkenntnissen, lokalem Wissen und Präzisionslandwirtschaft. Das LAMASUS-Kurzdossier(öffnet in neuem Fenster) identifiziert Win-Win-Bereiche, in denen eine Investition von mindestens 350 EUR pro Hektar und Jahr zu einer Emissionssenkung um mindestens 1 Tonne Kohlendioxid und zu einer Steigerung der Unversehrtheit der biologischen Vielfalt pro Jahrzehnt um 1 % führen könnte. Die Ergebnispräsentation des Kurzdossiers wurde auf der Basis von Beiträgen durch Fachleute aus der Landwirtschaft und sonstigen Bodennutzung, der Politik und der Forschung angepasst. Anstelle von Verwaltungsgebieten – wie sie beispielsweise in der gemeinsamen Klassifikation der Gebietseinheiten für die Statistik definiert sind – wurde die Verwendung eines Rasters vorgeschlagen, damit lokale Ergebnisse präziser dargestellt werden können.

Das LAMASUS-Modellierungsportal erleichtert den Vergleich von politischen Szenarien

Modelle sind nur dann nützlich, wenn die Menschen verstehen können, was sie darstellen. LAMASUS hat die Ergebnisse für Österreich, Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Norwegen in Dashboard-Storys zur Bodenpolitik(öffnet in neuem Fenster) überführt, die gemeinsam mit einem Agrarjournalisten entwickelt wurden. Darüber hinaus wurden die Ergebnisse in Workshops mit lokalen und nationalen Interessengruppen erörtert. Tamás Krisztin betont: „Die LAMASUS-Szenarien werden politischen Verantwortlichen auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene dabei helfen, politische Maßnahmen zu finden, die wirtschaftliche Einnahmen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern.“ Die Online-Tools des Projekts sollen diesen Vergleich erleichtern: „Die LAMASUS-Szenarioerforschung ermöglicht es der Nutzerschaft (im Bereich der Modellierung und politischen Entscheidungsfindung), verschiedene Szenarien und Modelle miteinander zu vergleichen“, sagt er. Das ist wichtig, da die Politik zum Schutz des Klimas und der biologischen Vielfalt oftmals scheitert, wenn Erkenntnisse in Fachberichten verborgen bleiben. Durch die Verknüpfung von Modellen, Karten, öffentlichen Datensätzen und lokalen Diskussionen bietet LAMASUS politischen Verantwortlichen eine praxisorientiertere Möglichkeit zur Erkennung von Bereichen, in denen ökologisch nützliche Maßnahmen ohne Vernachlässigung der Landwirtschaftsbetriebe zur Entfaltung kommen.

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