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Profitables Holz ist in Europas Wäldern immer noch der Schlüssel

Eine EU-unterstützte Studie zeigt, dass das Einkommen aus den europäischen Wäldern immer noch hauptsächlich auf der lukrativen Holzproduktion beruht, was die Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Umstellung der Waldbewirtschaftung auf andere Ökosystemleistungen unterstreicht.

Ist es dem Europäischen Grünen Deal und anderen politischen Instrumenten der EU gelungen, den Fokus weg von den Versorgungsleistungen der Wälder hin zu ihren regulierenden und kulturellen Leistungen zu verschieben? Nicht so, laut einer neuen Studie(öffnet in neuem Fenster), unterstützt von den EU-finanzierten Projekten SINCERE(öffnet in neuem Fenster), InnoForESt(öffnet in neuem Fenster) und INTERCEDE(öffnet in neuem Fenster). Sie stellten fest, dass die Wälder in der EU nach wie vor in erster Linie für die Holzproduktion bewirtschaftet werden – die bei weitem profitabelste Ökosystemleistung der Wälder. Seit über einem Jahrhundert konzentriert sich die Forstwirtschaft in Europa hauptsächlich auf die nachhaltige Produktion von Bauholz, gefolgt von anderen Versorgungsleistungen wie Brennholz, Nüssen, Früchten und Heilpflanzen. Auch wenn die weniger lukrativen Regulierungsleistungen (z. B. Kohlenstoffbindung) und kulturellen Leistungen (z. B. Ökotourismus, Erholung) in letzter Zeit mehr öffentliche Aufmerksamkeit erlangt haben, ändert dies nichts an der Tatsache, dass etwa 47 % der Wälder in Europa in Privatbesitz sind und gewinnorientiert bewirtschaftet werden. Hinzu kommt, dass selbst öffentliche Wälder zumindest teilweise von gewinnorientierten Unternehmen bewirtschaftet werden, und es wird deutlich, dass das Einkommenspotenzial der verschiedenen Ökosystemleistungen eine große Rolle bei der Bewirtschaftung dieser Wälder spielt.

Der Zusammenhang zwischen Gewinnen und Dienstleistungen

Um herauszufinden, wie das Einkommen aus dem Wald mit der Bereitstellung verschiedener Ökosystemleistungen des Waldes in ganz Europa zusammenhängt, führten die Forschenden zunächst eine europaweite Umfrage unter Waldbesitzern und -bewirtschaftern zu ihren Einkommensquellen aus dem Wald durch. Diese Informationen wurden dann mit Waldmerkmalen wie Baumartenzusammensetzung, Schutzstatus sowie Entfernung zur nächstgelegenen Stadt kombiniert. Schließlich wendeten sie maschinelles Lernen an, um die Umfrageergebnisse auf ganz Europa zu extrapolieren. Die Ergebnisse zeigen, dass etwa 80 % des europäischen Waldeinkommens derzeit durch die Bereitstellung von Dienstleistungen erzielt werden. Im Gegensatz dazu werden regulierende und kulturelle Dienstleistungen selten als rentabel angesehen. Dies zeigt ein deutliches Missverhältnis zwischen der Nachfrage der Gesellschaft nach solchen Dienstleistungen und dem derzeitigen Niveau der mit diesen Dienstleistungen verbundenen Forsteinnahmen. Das Forschungsteam ermittelte zwei unterschiedliche Gruppen von europäischen Waldbesitzern und Waldbewirtschaftern. Die erste Gruppe bewirtschaftet hauptsächlich Nadelwälder in dünn besiedelten Gebieten Nord- und Osteuropas und erzielt fast ihr gesamtes Forsteinkommen aus der Holzproduktion. Der zweite Gruppe bewirtschaftet Wälder mit Laubbaumarten, die hauptsächlich in Süd- und Westeuropa in der Nähe von Städten vorkommen und als Natura-2000-Gebiete ausgewiesen sind. In diesem zweiten Cluster erwirtschaften regulierende und kulturelle Ökosystemleistungen etwa ein Drittel der Waldeinnahmen, jedoch mit geringer Rentabilität. Die Ergebnisse dieser Studie, unterstützt von den Projekten SINCERE (Spurring INnovations for Forest ECosystem SERvices in Europe), InnoForESt (Smart information, governance and business innovations for sustainable supply and payment mechanisms for forest ecosystem services) und INTERCEDE (InceNtivising fuTurE foRest eCosystem sErvices anD incomes in Europe), unterstreichen die Notwendigkeit von Politiken, die nicht nur die Holzproduktion fördern, sondern auch andere Ökosystemdienstleistungen. Die Studienautoren schließen: „Die Anerkennung sowohl dieser räumlichen Unterschiede in ganz Europa als auch der Lücke zwischen den wirtschaftlichen Anreizen der Waldbesitzer zur Bereitstellung grundlegender versorgender Ökosystemdienstleistungen und der gesellschaftlichen Nachfrage, die regelnde und kulturelle Ökosystemdienstleistungen betont, ist entscheidend für die Gestaltung maßgeschneiderter, effektiver Politiken für mehrere Waldökosystemdienstleistungen.“ Weitere Informationen: SINCERE-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster) InnoForESt-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster) INTERCEDE-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)

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