Intelligenter Roboter nimmt Biodiversitätsherausforderung auf europäischen Flughäfen an
Ein vom Team des EU-finanzierten Projekts OLGA(öffnet in neuem Fenster) entwickelter KI-gesteuerter Roboter wurde vor kurzem erstmalig in Italien getestet. Der für die Überwachung der biologischen Vielfalt konzipierte Roboter ist nur eine der Initiativen, die im Zuge des Projekts zur Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit europäischer Flughäfen an den Start gebracht wurden. Europaweit haben Flughäfen, Fluggesellschaften und Bodenabfertigungsdienste die Herausforderung der durch den europäischen Grünen Deal vorgeschriebenen Dekarbonisierung angenommen und streben nun an, den klimaneutralen Luftverkehr bis 2050 Wirklichkeit werden zu lassen. Das Gemeinschaftsunternehmen OLGA wurde 2021 ins Leben gerufen, um die ökologische Wende im Luftverkehrssektor zu fördern. Es werden innovative und nachhaltige Lösungen entwickelt, die auf Europas Flughäfen den Kohlendioxidausstoß verringern, die Luftqualität verbessern und die biologische Vielfalt schützen werden. Der autonome Roboter als eine dieser Lösungen ist mit Sensoren, digitalen Bildgebungssystemen und KI-Algorithmen ausgestattet, dank derer er Pflanzenarten erkennen, die Vegetationsverteilung kartieren sowie Echtzeitdaten über den Zustand von Lebensräumen sammeln kann. Es wurde dafür konzipiert, die Überwachung der biologischen Vielfalt zu unterstützen und das Vorhandensein invasiver Pflanzenarten zu erkennen.
Nicht nur Mailand-Malpensa
Der Flughafen Mailand-Malpensa ist mit einer Fläche von rund 2 000 Hektar der größte Flughafen Norditaliens. Das weitläufige Gelände umfasst zwei Hauptterminals, Start- und Landebahnen, Frachtbereiche und die dazugehörige Infrastruktur, wobei sich der Flughafen bis zum Naturpark Valle del Ticino erstreckt. Aufgrund seiner Größe ist der Flughafen ein wichtiger Ort für mögliche Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt sowie zum Verbinden und Wiederherstellen von Ökosystemen innerhalb der Region. Der Roboter wurde daher nicht nur auf den Grünflächen des Flughafengeländes, sondern auch im Naturpark Valle del Ticino getestet. Das Ziel der OLGA-Partner im Rahmen dieser Initiative bestand darin zu bewerten, wie mit Robotik und automatischer Datenerfassung das Management und der Schutz von Naturgebieten in der Umgebung von Flughäfen optimiert werden kann. Vor der Erprobung auf dem italienischen Flughafen wurde der Roboter bereits auf dem Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle in Frankreich getestet. Die Projektpartner erforschen auf diesen beiden Flughäfen sowie an weiteren Pilotstandorten wie den Flughäfen in Cluj-Napoca (Rumänien) und Zagreb (Kroatien) Technologien und Strategien, die den Umweltfußabdruck der Flughäfen Europas deutlich verkleinern werden. „Jede Maßnahme, die wir gemeinsam ergreifen können, um unsere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern, ist sicherlich höchst willkommen“, erklärt Yannael Billard, Direktor für nachhaltige Entwicklung beim OLGA-Projektkoordinator Groupe ADP, in einer auf der Projektwebsite veröffentlichten Pressemeldung(öffnet in neuem Fenster). Zu den gegenwärtig erprobten Lösungen zählen Photovoltaikpaneele auf Fluggastbrücken, energieeffiziente Flughafenterminals, elektrische Bodenfahrzeuge und Korridore für biologische Vielfalt. „Wir sind dabei, CO₂-arme Ausrüstung, Materialien und Infrastrukturen zu entwickeln und zu gestalten, um den CO₂-Gehalt von allem, was auf einem Flughafen zu sehen ist, zu reduzieren“, fügt Billard hinzu, der die Bemühungen am Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle leitet. Das Projekt OLGA (Holistic & Green Airports) wurde gleichermaßen zur Vorstellung innerhalb der Kampagne Science4EU(öffnet in neuem Fenster) ausgewählt, einer großen Initiative der Europäischen Kommission, die die greifbaren Auswirkungen von EU-finanzierter Forschung und Innovation auf das tägliche Leben der Bürgerinnen und Bürger aufzeigen soll. Dies bedeutet eine wichtige Würdigung der Bemühungen des Projektteams, den grünen Wandel im Luftverkehrssektor voranzubringen. Es wird das Engagement der Partner widergespiegelt, Europas Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Weitere Informationen: OLGA-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)