Auf elf Wegen die Klimaresilienz im Mittelmeerraum verbessern
Das Team des EU-finanzierten Projekts DRYAD(öffnet in neuem Fenster) hat die am besten geeigneten naturbasierten Lösungen ausgewählt, um die Resilienz agrosilvopastoraler Systeme im Mittelmeerraum gegenüber den Herausforderungen des Klimawandels zu stärken. Die ursprünglich vierzig ausgewählten, dann auf dreizehn und schließlich elf reduzierten naturbasierten Lösungen werden in den Projekt-Demoregionen in Griechenland, Spanien, Frankreich, Italien und Portugal umgesetzt. Systeme mit landwirtschaftlicher Waldweide, d. h. Landnutzungspraktiken, die Anbaupflanzen, Bäume und Viehhaltung auf einem einzigen Stück Land vereinen, sind für eine nachhaltige Landwirtschaft unerlässlich. Im Vergleich zur konventionellen Monokultur bieten diese Systeme einer größeren Vielfalt an wild wachsenden Pflanzen und frei lebenden Tieren, nützlichen Insekten und Bodenmikroorganismen Lebensraum, wodurch die Gesundheit des Ökosystems gefördert wird. Das Vorhandensein von Bäumen trägt zur Bodenfruchtbarkeit, der Vorbeugung von Erosion und der Speicherung von Kohlenstoff im Boden bei, während gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit gegenüber Dürren und Starkregen gesteigert wird. Anbaukulturen liefern Nahrungsmittel, erzeugen Ernterückstände für die Futtergewinnung und verwerten verbleibende Bodennährstoffe. Weidetiere ernähren sich von den Feldfrüchten und suchen nach Futterpflanzen, während sie den Boden mit ihrem Mist düngen, was dem Pflanzenwachstum förderlich ist. Überdies sind die Landwirtinnen und Landwirte vor Marktschwankungen geschützt, da die auf einem einzigen Stück Land produzierten Produkte wie Holz, Obst, Getreide, Fleisch und Milchprodukte ein stetiges, ganzjähriges Einkommen sichern. Diese Landwirtschafts-, Weide- und Waldlandschaften stehen jedoch aufgrund steigender Temperaturen, anhaltender Dürreperioden und unregelmäßiger Niederschlagsmuster zunehmend unter Druck, wobei innerhalb von DRYAD diese Herausforderungen mit ausgewählten naturbasierten Lösungen angegangen werden.
In Ko-Kreation entstandene Lösungen
Die vorgeschlagenen naturbasierten Lösungen bieten eine Reihe von ökologischen und sozioökonomischen Vorteilen, von verbesserter Wasserspeicherung und Bodenqualität bis hin zu entstehenden grünen Arbeitsplätzen und gesteigerter landwirtschaftlicher Produktivität. Das Ergebnis eines kollaborativen Prozesses zwischen lokalen Landwirtschaftsbetrieben, Landbewirtschaftung, Forschung und regionalen Behörden, die elf naturbasierten Lösungen von DRYAD (öffnet in neuem Fenster), sind in drei Hauptkategorien unterteilt, in denen es um Wasser, Boden und biologische Vielfalt geht. Zu den wasserbezogenen Lösungen, die zur Speicherung und Bewirtschaftung von Wasser vorgeschlagen werden, zählen Entwässerungsgräben, die in Spaniens Region Extremadura geplant sind, und künstliche Teiche in der Region Alentejo in Portugal. In einer aktuellen DRYAD-Studie(öffnet in neuem Fenster) wird die Umsetzung dieser künstlichen, grundwasserabhängigen Teiche im Alentejo und deren anschließende Wiederholung in der Region Sardón in Spanien beschrieben. Die fünf bodenbezogenen naturbasierten DRYAD-Lösungen zielen darauf ab, Landnutzung und landwirtschaftliche Praktiken zu optimieren. Dazu gehören Echtzeit-Bodenüberwachung (Extremadura), adaptive Beweidungspraktiken (Extremadura und Andalusien, eine weitere spanische Region), die Nutzung von Biokohle (Alentejo und Extremadura), die Aussaat artenreicher Weiden (Extremadura) und die Waldbrandprävention (Alentejo, Extremadura, Sardinien in Italien und Ätolien-Akarnanien in Griechenland). Es wurden vier Lösungen zur Steigerung der biologischen Vielfalt vorgeschlagen. Dazu gehören die strategische Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern auf offenen Ackerflächen und unbewaldeten Weideflächen (Andalusien), natürliche Inselrefugien für wild wachsende Pflanzen und frei lebende Tiere (Alentejo und Sardinien) sowie Schutzmaßnahmen für Bäume und Sträucher (Ätolien-Akarnanien). Nicht zuletzt wird die Früherkennung von Baummortalität in Ätolien-Akarnanien, Alentejo, Andalusien, Extremadura und Sardinien umgesetzt. Da diese praktischen, lokal angepassten Lösungen von verschiedenen Interessengruppen in Ko-Kreation entwickelt wurden, stehen die Chance besser, dass sie angenommen werden. In einer Pressemeldung(öffnet in neuem Fenster) des Projekts (DEMONSTRATION AND MODELLING OF NBS TO ENHANCE THE RESILIENCE OF MEDITERRANEAN AGRO-SILVO-PASTORAL ECOSYSTEMS AND LANDSCAPES (DRYAD)) wird hervorgehoben: „Naturbasierte Lösungen sind keine isolierten Maßnahmen, sondern Teil einer breitangelegten Strategie. Mit der Kombination aus Natur, Innovation und lokalem Wissen tragen die Lösungen von DRYAD dazu bei, im Mittelmeerraum widerstandsfähigere Landschaften entstehen zu lassen, in denen Mensch und Natur in einem sich verändernden Klima überleben können.“ Weitere Informationen: DRYAD-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)