56. Wie Menschen etwas gegen Diabetes unternehmen können
Hierbei handelt es sich um eine KI-Transkription.
00:00:16:05 - 00:00:44:14
Abigail Acton
Herzlich willkommen zu dieser Folge von CORDIScovery. Ich bin Abigail Acton und begrüße Sie. Adipositas und Übergewicht haben bei Kindern in der EU und weltweit in epidemischen Ausmaßen zugenommen. In einigen Ländern sind fast 40 % der Kinder betroffen. Übergewichtige Jugendliche leben mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, adipöse Erwachsene zu werden, was ihr Risiko für eine Reihe von Gesundheitsproblemen von Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und koronaren Erkrankungen bis hin zu den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Menschen und ihre Lebensqualität erhöht.
00:00:44:16 - 00:01:21:19
Abigail Acton
Maßnahmen zur Bekämpfung von Adipositas im Kindesalter sind schwer umsetzbar, und aufgestellte Regeln werden oft nur lückenhaft befolgt. Würde es möglicherweise etwas bewirken, Jugendliche in die Ausarbeitung der Strategien einzubeziehen, die ihnen helfen sollen? Die International Diabetes Federation geht davon aus, dass die Zahl der Erkrankten bis 2050 EU-weit auf über 72 Millionen ansteigen wird. Als ein Warnzeichen für Typ-2-Diabetes gilt Schwangerschaftsdiabetes, die am häufigsten während der Schwangerschaft auftretende Komplikation, mit der es Frauen zu tun bekommen. Auch hier stellt sich die Frage: Kann die Einbeziehung der betroffenen Gruppe in Entscheidungsfindungsprozesse die Frauen in die Lage versetzen, ihr Risiko auf mütterliche Adipositas zu senken?
00:01:21:21 - 00:01:46:04
Abigail Acton
Es ist einfacher, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn gesündere Alternativen zu den sich möglicherweise negativ auf die Gesundheit auswirkenden Lebensmitteln zur Verfügung stehen. Ist bei den Süßungsmittel wirklich das gesamte Potenzial bereits ausgeschöpft? Und wenn nicht, warum nicht? Welche Vorteile könnten sie bieten? Übergewicht und Diabetes stellen schwerwiegende gesundheitliche Probleme dar, die nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen können, sondern auch eine echte Belastung für die Gesundheitsdienste sind, die in vielen Ländern ohnehin schon stark überstrapaziert sind.
00:01:46:08 - 00:01:53:20
Abigail Acton
Welche aufschlussreichen Antworten können uns nun unsere drei Gäste auf diese und weitere wichtige Fragen geben?
00:01:53:22 - 00:02:15:03
Abigail Acton
Alle drei wurden mit Mitteln aus der EU-Forschungs- und Innovationsfinanzierung unterstützt. Sie werden uns über einige ihrer Erkenntnisse berichten. So etwa Knut-Inge Klepp, Sonderberater am norwegischen Institut für Volksgesundheit und Professor für öffentliche Gesundheit und Ernährung an der Universität Oslo. Er interessiert sich für Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen und dafür, wie junge Menschen auf eine Weise angesprochen werden können, die wirklich etwas bewirkt.
00:02:15:06 - 00:02:16:04
Abigail Acton
Herzlich willkommen, Knut-Inge.
00:02:16:09 - 00:02:17:12
Knut-Inge Klepp
Vielen Dank.
00:02:17:14 - 00:02:40:18
Abigail Acton
Sharleen O’Reilly ist staatlich anerkannte Diätassistentin und Professorin für Humanernährung am University College Dublin in Irland. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Kindern, wobei das Ziel darin besteht, chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen oder Diabetes mithilfe von Verhaltensänderungen und Gesundheitsförderung vorzubeugen. Hallo Sharleen. Herzlich willkommen. Und dann begrüßen wir noch Jason Halford, Professor für Psychologie an der University of Leeds.
00:02:40:20 - 00:02:49:04
Abigail Acton
Jasons Interesse gilt Adipositas, Essverhalten und Appetit. Er ist Mitglied des Leitungsgremiums der European Coalition for People living with Obesity. Seien Sie gegrüßt, Jason.
00:02:49:06 - 00:02:50:02
Jason Halford
Guten Morgen.
00:02:50:04 - 00:03:08:00
Abigail Acton
Und ich wünsche Ihnen einen guten Morgen. Zuerst werde ich mich an Knut-Inge wenden. Die Arbeit von CO-CREATE zielte darauf ab, Adipositas bei Kindern und deren Begleiterkrankungen zu verringern, indem mit den Jugendlichen zusammengearbeitet wird, um evidenzbasierte Strategien zur Vorbeugung von Adipositas zu entwickeln, darüber zu informieren und sie zu verbreiten. Knut-Inge, welche Idee steckte hinter dem Projekt? Welches Problem wollten Sie lösen?
00:03:08:02 - 00:03:36:03
Knut-Inge Klepp
Nun, wir dachten uns, dass wir den jungen Leuten zuhören sollten, um zu erfahren, was ihrer Meinung nach gute Lösungen sind. Wir wissen, dass die Zeit des Heranwachsens der Adoleszenz, die Teenagerjahre, eine unglaublich interessante Phase im Leben des Menschen sind, in der ein Kind, das in hohem Maße von seinen Eltern und seiner Familie abhängig ist, zur erwachsenen Person heranreift, die ihre eigenen, unabhängigeren Entscheidungen trifft, und in der sich ein Mensch viele Gewohnheiten aneignet, die er möglicherweise für den Rest seines Lebens beibehält.
00:03:36:05 - 00:03:44:07
Knut-Inge Klepp
Wie sieht deren Perspektive aus? Und was können wir daraus lernen? Meiner Meinung nach sind letztlich sie selber die Expertinnen und Experten für ihr eigenes Leben und das Umfeld, in dem sie leben.
00:03:44:10 - 00:03:53:20
Abigail Acton
Definitiv. Wurde das schon oft so betrachtet? Ich frage, weil ich noch nicht von vielen Studien gehört habe, in denen versucht wurde, jüngere Menschen in diese Art des Prozesses einzubinden.
00:03:53:22 - 00:04:14:02
Knut-Inge Klepp
Es gibt einige frühere Arbeiten, die sich beispielsweise mit Peer-Education befassen, aber sehr oft wurden die Jugendlichen gebeten, eine von Erwachsenen entwickelte Botschaft zu übermitteln. Erst in jüngerer Zeit möchten wir wirklich zuhören, was die jungen Menschen zu sagen haben und welche Perspektiven sie einbringen.
00:04:14:04 - 00:04:25:01
Abigail Acton
Ich verstehe. Ganz klar. Berichten Sie mir bitte ein wenig über die Art und Weise, wie Sie diese Forschung durchgeführt haben. Woher kamen die teilnehmenden Kinder, und wie wurden sie erreicht und in das Projekt einbezogen? Was geschah in der Praxis?
00:04:25:05 - 00:04:51:14
Knut-Inge Klepp
Nun. Wir arbeiteten in fünf europäischen Ländern, in England, den Niederlanden, Polen, Portugal und Norwegen, somit in sehr unterschiedlichen Ländern. Aber allen Ländern ist gemeinsam, dass es ein soziales Gefälle gibt. Je nach sozioökonomischem Hintergrund, Wohlstand und Bildung der Familien fallen die Raten für Übergewicht und Adipositas unterschiedlich aus. Deshalb galt es uns als ein großes Anliegen, Kinder mit den unterschiedlichsten Hintergründen einzubeziehen.
00:04:51:16 - 00:05:19:12
Knut-Inge Klepp
Eine Möglichkeit dazu bestand darin, Schulen in verschiedenen Stadtvierteln aufzusuchen. Wir arbeiteten aber auch mit den Jugendgruppen in Norwegen zusammen. Beispielsweise gibt es bei uns eine Jugendorganisation namens Plus, die Jugendorganisation von Save the Children, einer Organisation, die von jungen Menschen und für sie geführt wird. In Portugal wurde dann mit der Pfadfinderbewegung kooperiert und es wurden von dort aus junge Menschen angeworben.
00:05:19:14 - 00:05:44:00
Knut-Inge Klepp
Wir haben uns dann mit den Gruppen zusammengesetzt, um herauszufinden, was ihrer Meinung nach die Ursachen für ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel innerhalb ihres lokalen Umfelds sind. Wir ermittelten die von uns als sonstige Ursachen bezeichneten treibenden Faktoren von Adipositas, wobei wir uns gar nicht so sehr auf die Krankheit, also das Übergewicht an sich, sondern mehr auf Ernährungs- und Bewegungsmuster konzentrierten.
00:05:44:00 - 00:06:01:02
Abigail Acton
Ich verstehe. Eine gute Sache. Da geht es um die Ursachen, die, wie Sie sagen, vielleicht in diese Richtung führen könnten – jene Lebensgewohnheiten, die in diesem Alter entwickelt werden, die dann bekanntermaßen tatsächlich dem Menschen lebenslang zugutekommen könnten. Waren die Kinder begeistert? Konnten Sie den Wunsch nach Beteiligung feststellen? Ich meine, ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sie anfangs vielleicht etwas schüchtern waren, aber haben sie sich dann darauf eingelassen?
00:06:01:06 - 00:06:36:07
Knut-Inge Klepp
Ja, sie konnten sich dafür begeistern. Aber natürlich dachten wir, dass wir uns eher auf Übergewicht und Adipositas konzentrieren würden, denn dafür hatten wir eine Finanzierung erhalten. Aber da gibt es mehr, was sie beschäftigt. Eine ganze Menge. Ein Sache, die aufkam und über die wir zu Beginn dieser Arbeit noch nicht so viel nachgedacht hatten, ist das Thema psychische Gesundheit. In allen Ländern wurde es als eines der Schlüsselelemente genannt, über das sie diskutieren wollten und von dem sie annahmen, dass es einen großen Einfluss sowohl auf die Essgewohnheiten junger Menschen als auch auf deren körperliche Aktivität ausübt.
00:06:36:07 - 00:06:39:01
Knut-Inge Klepp
Das war wirklich interessant zu beobachten.
00:06:39:03 - 00:06:57:03
Abigail Acton
Ja, das ergibt vollkommen Sinn, wenn man erst einmal darauf hingewiesen wurde, aber es ist vielleicht nicht das Erste, woran gedacht wird, bevor man darauf gestoßen wird. Ja, das ist tatsächlich eine interessante Erkenntnis. Und können Sie uns etwas über die Ergebnisse berichten oder in anderen Worten: Wurden interessante Ideen entwickelt, wie Botschaften zu vermitteln sein könnten oder was Wirkung entfalten könnte?
00:06:57:03 - 00:06:58:09
Abigail Acton
Was haben sie Ihnen erzählt?
00:06:58:11 - 00:07:10:04
Knut-Inge Klepp
Nun, ja. Sobald sie sich entschieden hatten, was ihrer Meinung nach die treibenden Kräfte oder Ursachen waren, stand die Frage: Wie sieht dann die Lösung aus? Und wir haben mehr als einhundert wirklich gute Ideen gesammelt.
00:07:10:08 - 00:07:11:13
Abigail Acton
Oh, das ist toll.
00:07:11:15 - 00:07:29:22
Knut-Inge Klepp
Wir konnten sie dann auf verschiedene Weise analysieren. Und das erstreckte sich beispielsweise von einem gesünderen oder sogar preisgünstigeren Speisenangebot in der Schule über Möglichkeiten und Gelegenheiten, sich körperlich zu bewegen, bis hin zu sicheren Arten, Schulwege aktiv zurückzulegen.
00:07:29:24 - 00:07:31:11
Abigail Acton
Sie meinen ... so etwas wie sicheres Radfahren?
00:07:31:11 - 00:07:59:23
Knut-Inge Klepp
Genau. Zum Beispiel das, aber auch zu Fuß gehen und außerdem, sich körperlich aktiv betätigen zu können, kostenlos, ohne zahlen zu müssen, außerhalb der Schule, denn oft fallen für Aktivitäten hohe Kosten an. Sie befassten sich zudem auch stärker mit dem, was wir als politischen Aspekt auf nationaler Ebene bezeichnen würden, zum Beispiel damit, wie der Druck durch digitales Marketing, dem junge Menschen ausgesetzt sind, zu reduzieren ist.
00:07:59:24 - 00:08:10:17
Abigail Acton
Ich habe mich schon gefragt, ob sie dieses Thema vielleicht aufgebracht haben. Etwa, welche Art von Werbung zu bestimmten Zeiten und zu anderen Zeiten nicht läuft und solche Dinge. Ja, sie haben bestimmt alle den Druck erlebt, etwas kaufen zu müssen.
00:08:10:20 - 00:08:39:11
Knut-Inge Klepp
Genau so ist es. Wir bekamen den Eindruck, dass sie einerseits auf die Dinge hinwiesen, die sie selbst tun könnten, andererseits aber auch in die Lage versetzt wurden, für politische Veränderungen einzustehen. Wir entwickelten in der Folge Dialoginstrumente, mit deren Unterstützung sie sich mit Erwachsenen, die Unternehmen vertreten, oder anderen politisch und für Entscheidungen Verantwortlichen zusammensetzen und auf sichere Art und Weise für ihre Vorschläge aussprechen können.
00:08:39:16 - 00:08:51:07
Abigail Acton
Oh, das klingt ausgezeichnet. Somit war es nicht nur eine Art theoretisches Konzept. Das Ganze hat ihnen auch tatsächlich eine Stimme verliehen. Und fanden diese kleinen Treffen überhaupt statt, bei denen sie sich mit Leuten zusammensetzten, die etwas bewirken könnten?
00:08:51:09 - 00:09:02:03
Knut-Inge Klepp
Aber ja. Es gab ziemlich viele davon. Nur geschah es während der Pandemie. Hatten wir zunächst geplant, das alles in einem Raum stattfindet, mussten wir es dann eher digital abhalten.
00:09:02:03 - 00:09:04:03
Abigail Acton
Ja, das mussten wir alle erst lernen.
00:09:04:08 - 00:09:17:05
Knut-Inge Klepp
Genau. Das war mit einigen Kosten verbunden, brachte aber auch einige Vorteile mit sich, da wir junge Menschen aus verschiedenen Ländern und aus unterschiedlichen Umfeldern zusammenbringen konnten. Dadurch fielen die Diskussionen inhaltsreicher aus, als wir es erwartet hatten.
00:09:17:07 - 00:09:23:05
Abigail Acton
Vielleicht hatten die Jüngeren auch das Gefühl, weniger unter Druck zu stehen, da sie sich nicht in einem Raum voller fremder Erwachsener aufhalten mussten.
00:09:23:05 - 00:09:23:14
Knut-Inge Klepp
Das kann gut sein.
00:09:23:16 - 00:09:26:05
Abigail Acton
Möglicherweise fühlten sie sich sicherer, da sie einfach von ihren Zimmern aus chatten konnten.
00:09:26:07 - 00:09:45:05
Knut-Inge Klepp
Bestimmt, definitiv. Gleichzeitig haben wir versucht, diese Dialogforen so einzurichten, dass die Jugendlichen in der Mehrheit sind, damit sie sich auf eine Weise präsentieren können, bei der alle auf Augenhöhe miteinander umgehen. So konnten sie sich auf sichere Weise beteiligen.
00:09:45:09 - 00:09:51:18
Abigail Acton
Wunderbar. Das ist wirklich ausgezeichnet. Vielen Dank. Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das Sie aus diesem Projekt mitnehmen werden? Wie lautet die wesentlichste Botschaft?
00:09:51:21 - 00:10:11:05
Knut-Inge Klepp
Nun, das es überaus wichtig ist, den jungen Menschen zuzuhören. Sie sind die Expertinnen und Experten für ihre eigene Situation. Und ich denke, wir beobachten gleichermaßen, dass sich in dieser im Wandeln befindlichen Welt das Umfeld, in dem junge Menschen aufwachsen, ebenfalls extrem schnell verändert. Wir können uns nicht einfach nur auf frühere Erfahrungen verlassen. Wir mussten hier und jetzt mit den Menschen sprechen.
00:10:11:11 - 00:10:19:13
Abigail Acton
Genau so ist es. Um schnell Antworten zu bekommen. Ja. Prima. Wenn Sie auf Ihrer bisherigen Arbeit aufbauen würden, was würden Sie dann als nächstes unternehmen?
00:10:19:15 - 00:10:42:10
Knut-Inge Klepp
Vielleicht sollten wir in der Lage sein, in einem lokalen Kontext zu arbeiten und sogar noch weiter zu gehen, indem wir mit der lokalen Politik in Kontakt bleiben, nicht nur in der Planungs- und Konzeptionsphase, die wir größtenteils schon lange durchgeführt haben, sondern auch, um zu sehen, welche Auswirkungen bei der Umsetzung eintreten werden? Um die jungen Stimmen in alle Aspekte des politischen Veränderungsprozesses einzubringen?
00:10:42:12 - 00:10:46:05
Abigail Acton
Ja, das erscheint sinnvoll. Jason, Sie haben eine Frage oder Anmerkung?
00:10:46:07 - 00:11:17:09
Jason Halford
Das Ganze ist wirklich interessant. Und diese Idee der Koproduktion erscheint mir sehr gut. Ich denke, Sie vertreten eines der ersten Projekte, die dies im Adipositasbereich wirklich gut umsetzen. Ich konzentriere mich auch auf Jugendliche, die oft zwischen den Stühlen der Erwachsen- und Kinderbetreuung sitzen. Konnten Sie im Rahmen des Projekts einen Eindruck davon gewinnen, wie gut sich Jugendliche mit Adipositas in ihren nationalen Gesundheitsversorgungssystemen unterstützt fühlten, inwieweit sie Schuldgefühle oder Scham empfanden und ob diese Auswirkungen darauf hatten, wie sehr sie sich einbrachten?
00:11:17:11 - 00:11:39:15
Knut-Inge Klepp
Nun, das ist eine wirklich gute Frage, Jason. Wie ich bereits sagte, stellte die psychische Gesundheit ein derart wichtigen Aspekt dar. Und natürlich war die Frage der Stigmatisierung ein Thema, das in diesen Diskussionen sofort aufkam. Wir haben aber nicht speziell mit adipösen Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Und wir haben sie nicht nach ihrem Gewicht gefragt oder es nicht einmal beobachtet.
00:11:39:15 - 00:11:50:14
Knut-Inge Klepp
Es lief mehr wie ein Blindversuch. Wir möchten, dass sich Konzepte stärker auf Primärprävention konzentrieren, aber das ist eindeutig etwas, dessen sich die Jugendlichen bewusst sind.
00:11:50:16 - 00:12:13:17
Abigail Acton
Ausgezeichnet. Vielen herzlichen Dank, Knut-Inge. Sie haben das wirklich gut erklärt. Ich wende mich nun an Sharleen. Sharleen, das Projekt IMPACT DIABETES B2B, das Bump2Baby bedeutet, hat sich zum Ziel gesetzt, die Frauen mit dem höchsten Schwangerschaftsdiabetesrisiko herauszufiltern und ihnen über eine Smartphone-App ein persönliches Coaching anzubieten, um die Zielgruppe in die Lage zu versetzen, gesunde Entscheidungen zu treffen, die zu besseren Ergebnissen während der Schwangerschaft und nach der Geburt führen.
00:12:13:21 - 00:12:19:04
Abigail Acton
Können Sie uns bitte ein wenig über das Risiko von Schwangerschaftsdiabetes und dessen Auswirkungen, Sharleen?
00:12:19:06 - 00:12:25:12
Sharleen O’Reilly
Aber ja, gern. Damit sich das Ganze ein wenig realistischer anfühlt, werde ich ein Bild entwerfen.
00:12:25:16 - 00:12:26:06
Abigail Acton
Bitte fahren Sie fort.
00:12:26:07 - 00:12:54:05
Sharleen O’Reilly
Stellen wir uns eine Frau vor und nennen wir sie Sarah. Sie begeistert, weil sie ihr erstes Kind erwartet. Sie ist Anfang 30. Und als sie zu ihrem ersten Termin erscheint, fällt sie laut ihren Body-Mass-Index in die Kategorie Übergewicht, was im Grunde genommen der Durchschnittsfrau widerfährt, die in Irland, England, dem übrigen Europa und so ziemlich weltweit die Schwangerschaftsvorsorge in Anspruch nimmt.
00:12:54:07 - 00:13:20:23
Sharleen O’Reilly
Was Sarah aber nicht weiß, ist, dass die Schwangerschaft auch etwas über ihren eigenen Stoffwechsel aussagt. Ich meine, eine Schwangerschaft gilt als ein Stresstest für die zukünftige Gesundheit. Entwickelt eine Frau während ihrer Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes, geht es nicht nur um den Blutzucker, den sie für diese paar Monate in den Griff bekommen muss.
00:13:21:00 - 00:13:54:15
Sharleen O’Reilly
Er ist tatsächlich ein Anzeichen dafür, dass sie ohne weitere Unterstützung mit einem viel höheren Risiko – nämlich etwa von eins zu zwei – lebt, in den nächsten fünf bis zehn Jahren an Typ-2-Diabetes zu erkranken, wobei das der stärkste einzelne Prädiktor ist, über den wir bei Frauen in Bezug auf die Entwicklung von Typ-2-Diabetes verfügen. Es geht hier also nicht nur um Sarah, obwohl ich an dieser Stelle darauf hinweisen möchte, dass bei einer Schwangerschaft mit Schwangerschaftsdiabetes das Kind im Mutterleib in einer Umgebung mit erhöhtem Blutzucker aufwächst.
00:13:54:15 - 00:14:21:17
Sharleen O’Reilly
Wobei wir wissen, dass sich das auch auf den Stoffwechsel des Babys auswirkt. Das Baby wird im Prinzip auf ein höheres Risiko vorprogrammiert, demzufolge es an Adipositas und auch Typ-2-Diabetes erkranken wird. Im Wesentlichen genommen erleben wir einen Prozess, der sich im Lauf des Lebens langsam vollzieht, und wie Knut schon sagte, bildet eine Schwangerschaft eine weitere Phase des Wandels im Leben eines Menschen. Wir können dabei beobachten, dass das Risiko von Generation zu Generation weitergegeben wird.
00:14:21:19 - 00:14:42:15
Sharleen O’Reilly
Das ist tatsächlich ein großes globales Problem. Wir wissen, dass etwa eine von acht Frauen in Irland an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt. Weltweit gesehen ist der Anteil jedoch höher. Etwa eins zu sechs. Es ist die häufigste Komplikation, die eine Frau während der Schwangerschaft erleiden kann. Und dann ist bekannt, dass das Auswirkungen auf unzählige Babys auf der ganzen Welt haben wird.
00:14:42:19 - 00:14:56:19
Abigail Acton
Genau so ist es. Und zwar fortlaufend. Definitiv. Vielleicht sogar auf Lebenszeit. Nun. Das ist eindeutig sehr wichtig. Offensichtlich wird bereits daran gearbeitet, das gesamte Konzept der Vorbeugung von Schwangerschaftsdiabetes weiterzuentwickeln. Aber wie unterscheidet sich Ihr Projekt, Ihr Ansatz?
00:14:56:21 - 00:15:17:13
Sharleen O’Reilly
Genau so ist es. Nun, ich gehe davon aus, dass einer der wichtigsten Punkte lautet, dass die Schwangerschaft uns diese fantastische Gelegenheit bietet. Es ist ein Zeitfenster, in dem eine Frau bereit ist, zusätzlich etwas für ihre Gesundheit zu tun. Die Frauen stehen in engem Kontakt mit dem Gesundheitsdienst, vielleicht erstmalig in ihrem Leben, und sie wissen, dass sich ihre Veränderungen auf die Gesundheit ihres Kindes auswirken werden.
00:15:17:13 - 00:15:42:21
Sharleen O’Reilly
Sie investieren gewissermaßen in eine Verhaltensänderung. Wahrscheinlich denken Sie jetzt: Klar, gibt es nicht ohnehin schon jede Menge Vorsorgenahmen, die den Frauen während der Schwangerschaft angeboten werden, gerade weil das so ist? In der Tat, ja. Aber die Antwort lautet ja und nein. Wir wissen, dass sie insbesondere in den Ländern, mit denen wir zusammengearbeitet haben, eine hervorragende Schwangerenbetreuung erhalten. Wir wissen aber gleichermaßen, dass die Beratung im Allgemeinen unspezifisch erfolgt.
00:15:43:02 - 00:16:07:01
Sharleen O’Reilly
Die Kliniken bekommen es mit einer großen Anzahl von Frauen zu tun, und es ist schwierig, allen gerecht zu werden. Es besteht somit eine Lücke bei den traditionellen Unterstützungsangeboten, da diese nicht individuell zugeschnitten sind. Und typischerweise handelt es sich um eine relativ kurzfristige Beziehung. Aber sobald die Frau aus der Entbindungsstation entlassen wird, beginnt möglicherweise die Zeit, in der die frischgebackene Mutter die meiste Hilfe benötigt.
00:16:07:03 - 00:16:29:03
Sharleen O’Reilly
Und dennoch ist der Dienst nicht verfügbar, um sie in dieser Zeit zu unterstützen. Und wenn wir an die arme Sarah denken: Sie ist zu Hause, sie hat ein Baby, um das sie sich kümmern muss, sie ist erschöpft und sie kommt wenig zum Schlafen. Sie versucht, sich von einem Riesenereignis in Bezug auf ihre Gesundheit, einer Geburt, zu erholen. Gleichzeitig versucht sie auch noch zu lernen, wie das Stillen funktioniert.
00:16:29:04 - 00:16:46:06
Sharleen O’Reilly
Es ist erwiesenermaßen eine wirklich schwierige Zeit für eine Mutter, wenn sie dann noch erfährt, dass sie während der Schwangerschaft das Risiko hat, eine chronische Krankheit zu entwickeln, während sie sich gerade in dieser chaotischen Phase ihres Lebens befindet, in der viele Anforderungen an sie gestellt werden und ihre Gesundheit meist an allerletzter Stelle steht.
00:16:46:08 - 00:17:00:21
Abigail Acton
Definitiv. Sie malen da gerade ein sehr lebendiges Bild. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Versuchung groß ist, schnell nach dem einfachsten Lebensmittel zu greifen, weil man einfach nicht anders kann. Es fehlen die nötigen Ressourcen, um es besser anzugehen. Ja, absolut. Ich verstehe genau, was Sie meinen. Was sollte im Rahmen des Projekts geschehen, um das zu ändern?
00:17:00:21 - 00:17:04:05
Abigail Acton
Berichten Sie mir ein wenig mehr darüber, was Sie eigentlich erreichen wollten und wie es gelaufen ist.
00:17:04:10 - 00:17:28:07
Sharleen O’Reilly
Nun. Es ging um zwei, drei verschiedene Dinge. Das erste war die Nutzung eines Smartphones. Wir wissen bereits, dass Frauen es sehr viel nutzen. Innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe ist der Verbreitungsgrad von Smartphones hoch. Frauen schauen bereits mehrmals am Tag auf ihr Mobiltelefon. Die Unterstützung kommt zu dem Zeitpunkt, zu dem sie gebraucht wird. Und wenn es um 3 Uhr nachts ist, und Sie versuchen zu stillen.
00:17:28:07 - 00:17:32:08
Sharleen O’Reilly
Dann können Sie tatsächlich ein Smartphone benutzen. Oder vielleicht auch während Ihrer Mittagspause.
00:17:32:08 - 00:17:36:07
Abigail Acton
An wen würden Sie sich zu dieser Zeit wenden? Wäre das so ähnlich wie bei einer Peergroup?
00:17:36:08 - 00:17:59:18
Sharleen O’Reilly
Ja, diese Anwendung, Bump2Baby and Me, ermöglichte es der Mutter, auf eine Bibliothek mit personalisierten Ressourcen zuzugreifen, die viele Videos und Wissensblätter in einfacher Sprache über die Informationen enthält, die sie zu diesem Zeitpunkt benötigen könnte. Oder sie könnte eine Nachricht an ihre Gesundheitsberatung schicken, damit diese eine Videobotschaft aufnimmt, wenn sie das möchte.
00:17:59:18 - 00:18:07:16
Sharleen O’Reilly
Und viele Frauen taten das, oder schickten eine Textnachricht voller Emojis, etwa ein weinendes Gesicht, und...
00:18:07:16 - 00:18:13:10
Abigail Acton
Oh je! Und ich gehe davon aus, dass es damals schon eine Gesundheitsberatung gab? War da jemand, der die Nachricht empfangen hat?
00:18:13:16 - 00:18:38:01
Sharleen O’Reilly
Ja, gewiss. Die Frauen erreichten ausgebildete Gesundheitscoaches, Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen. Wir bilden sie außerdem zum Thema Gesundheitsberatung weiter. Das bedeutete, dass eine Ansprechperson zur Verfügung stand, mit der man per Video, also nicht wirklich per Telefon, sondern über die App Kontakt aufnehmen und live telefonieren konnte. Und das zur geplanten Zeit.
00:18:38:01 - 00:19:01:17
Sharleen O’Reilly
Diese Gespräche fanden zu Beginn der Schwangerschaft statt, ebenso wie in der Zeit nach der Geburt, als die Frauen versuchten, sich in dieser Phase zurechtzufinden. Falls bei der Mutter Schwangerschaftsdiabetes auftrat, erhielt sie zudem einen zusätzlichen Videoanruf, um zu klären, ob sie Bedenken hatte, wie sich ihre Ziele angesichts der Ratschläge, die sie im Rahmen ihrer Gesundheitsversorgung zu ihrem Diabetes erhielt, möglicherweise ändern müssten.
00:19:01:17 - 00:19:13:19
Abigail Acton
Wir sprechen somit hier über etwas, das sehr viel persönlicher, zugänglicher war, und ich schätze, dass es in gewisser Weise auch sehr kosteneffizient ist. Konnten Sie herausfinden, ob Sie diese Art von Dienstleistung zu einem vernünftigen Preis anbieten können?
00:19:13:19 - 00:19:47:00
Sharleen O’Reilly
Genau so ist es. Im Grund genommen ist es uns gelungen, das Coaching auszuweiten. Eine beratende Person stand somit für eine Anzahl von Frauen bereit. Liva Healthcaree ist ein kleines bis mittleres Unternehmen, das die App Bump2Baby and Me unterstützt und seinen Sitz in Dänemark und im Vereinigten Königreich hat. Und so halfen sie uns im Wesentlichen dabei, unsere Plattform zu handhaben, die sie innerhalb des NHS für die Bereitstellung von Gesundheitscoaching eingerichtet haben und nutzen, sodass wir über eine vertrauenswürdige Plattform verfügten, auf die die Frauen zugreifen konnten und auf der ein Gesundheitscoach etwa 150 Mütter betreuen konnte.
00:19:47:01 - 00:19:48:10
Abigail Acton
Perfekt. Das klingt sehr effizient.
00:19:48:13 - 00:20:11:02
Sharleen O’Reilly
Ja, das ist es auch. Sie können ihre Beratungssitzungen nach Bedarf abarbeiten, aber auch asynchrone Kontakte herstellen. Den Frauen wurde per E-Mail geantwortet, zum Beispiel mit Videos. Und als Gesundheitscoach sehe ich, dass Sie gerade an dieser Fähigkeit arbeiten; also gut, haben Sie darüber schon nachgedacht? Es ist toll, dass Sie mir das Bild von Ihrem gestrigen Abendessen geschickt haben.
00:20:11:04 - 00:20:14:14
Sharleen O’Reilly
Sie wissen, dass Ihr Teller etwa zur Hälfte mit Gemüse gefüllt sein sollte?
00:20:14:16 - 00:20:27:00
Abigail Acton
Aha. Also im Grunde sehr persönlich, etwa als würde jemand in einer besonders schwierigen Zeit ihre Hand halten. Das hört sich für mich nach ausgezeichneter Forschung an. Ganz toll gemacht. Hervorragend. Möchte sich jemand mit Anmerkungen oder Kommentaren an Sharleen wenden? Ja bitte, Knut-Inge.
00:20:27:02 - 00:20:46:00
Knut-Inge Klepp
Aha. Vielen Dank. Das ist eine wirklich wichtige und aufregende Arbeit, die hier geleistet wird. Ich möchte gern wissen, ob Sie Möglichkeiten sehen, diese jungen Frauen in irgendeiner Weise zusammenzubringen, damit sie sich gegenseitig unterstützen oder auch zur weiterführenden Forschung beitragen können.
00:20:46:04 - 00:21:10:02
Sharleen O’Reilly
Aber ja, gern. Wir betrieben sogar ein eingebettetes Forum, in dem sich die Frauen untereinander austauschen konnten. Das Programm erstreckte sich über einen langen Zeitraum, die Teilnehmerinnen wurden 18 Monate lang gecoacht, was im Bereich des Gesundheitscoachings praktisch noch nie dagewesen ist, da es normalerweise sechs Monate dauert.
00:21:10:04 - 00:21:42:21
Sharleen O’Reilly
Wir stellten fest, dass es aufgrund der unterschiedlichen Beitrittszeitpunkte der Frauen etwas schwieriger war, diese wichtigen Verbindungen zum gegenseitigen Unterstützungsnetzwerk herzustellen, da wir davon ausgingen, dass sie mehr miteinander in Verbindung treten würden. Wir fanden jedoch heraus, dass den Frauen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihrer Schwangerschaft zu uns kamen, diese besondere Verbundenheit fehlte, die entsteht, wenn man „gemeinsam zur gleichen Zeit beginnt“. Wir haben aber Finanzmittel erhalten, um eine neue Version des Projekts durchzuführen.
00:21:42:22 - 00:21:43:15
Abigail Acton
Oh, das ist toll.
00:21:43:15 - 00:21:45:15
Sharleen O’Reilly
Ihr Titel ist Baby and Me Plus.
00:21:45:15 - 00:21:48:03
Abigail Acton
Ausgezeichnet. Bravo!
00:21:48:05 - 00:22:18:16
Sharleen O’Reilly
Genau. Dieses Projekt wird gleichermaßen über die europäischen Horizont-Partnerschaften finanziert. Wir beziehen neue Länder ein. Deshalb stellen wir die App dieses Mal in vier verschiedenen Sprachen bereit, im Gegensatz zu bisher drei in Englisch und einer in Spanisch. Und die Frauen werden gleichzeitig dazukommen. Wir gehen davon aus, dass die Nutzung dieses Forums zur gegenseitigen Unterstützung diesmal tatsächlich besser funktionieren wird, weil die Frauen das Gefühl bekommen werden, dass die anderen Frauen mehr wie sie sind.
00:22:18:16 - 00:22:20:19
Abigail Acton
Ja, es wird eher eine zusammenhängende Gruppe gebildet.
00:22:20:19 - 00:22:36:03
Sharleen O’Reilly
Wir wissen, dass das wirklich wichtig ist, denn Frauen lernen am besten von anderen Frauen, wie Sie selbst sagten. Sie sind ihre eigenen Expertinnen. Sie bringen ihre eigene Lebenserfahrung in jede einzelne Begegnung mit der Gesundheitsfachkraft ein.
00:22:36:03 - 00:22:56:01
Abigail Acton
Das ist eine wirklich spannende Entwicklung, Sharleen. Einfach fabelhaft. Bravo! Das ist ein Kompliment für Ihre bisherige harte Arbeit. Jetzt wende ich mich an Jason. Jason, eines der Ziele des Projekts SWEET bestand darin, die dem Einsatz von Süßungsmitteln im Wege stehenden Hindernisse zu ermitteln und auszuräumen. Neben der Untersuchung der Risiken und des Nutzens von Zuckerersatz im Allgemeinen. Können Sie uns berichten, was Sie an der Rolle der Süßstoffe interessiert?
00:22:56:03 - 00:22:59:06
Abigail Acton
Warum sind Sie der Meinung, dass sie eine wichtige Rolle spielen müssen?
00:22:59:12 - 00:23:23:02
Jason Halford
Nun, wir wissen, dass Zucker eine Rolle bei den Adipositasproblemen spielt, unter denen wir in Europa leiden, da viele Erwachsene in Europa mit Adipositas oder Übergewicht leben. Und wir wissen, dass er zur hohen Kaloriendichte beiträgt. Wir wissen, dass Zucker in gesüßten Getränken keinen Einfluss auf den Appetit hat, der zu übermäßigem Konsum führt. Und wir wissen auch, dass Zucker sehr befriedigend ist.
00:23:23:08 - 00:24:09:15
Jason Halford
Es ist sehr lohnend, viel zu konsumieren. Viele Unternehmen haben Süßstoffe lange Zeit als eine Möglichkeit betrachtet, Zucker zu ersetzen, hauptsächlich in Getränken und nicht in Lebensmitteln, obwohl sie zunehmend auch in Nahrungsmitteln eingesetzt werden. Aber ich glaube, es handelt sich wirklich um langfristige Unsicherheiten. Sowohl in der akademischen Forschungsgemeinschaft als auch in der breiten Öffentlichkeit herrscht große Besorgnis, denn obwohl experimentelle Studien und sogar Langzeitversuche darauf hindeuten, dass Süßungsmittel oder zumindest bestimmte Süßstoffe Vorteile bei der Appetitkontrolle und der Gewichtsregulierung bringen können, gibt es eine Vielzahl von Beobachtungsdaten und epidemiologischen Daten, die darauf hindeuten, dass
00:24:09:15 - 00:24:17:04
Jason Halford
der Konsum mit Adipositas in Verbindung gebracht werden kann. Unerwünschte kardiometabolische Auswirkungen sind auch ein Problem.
00:24:17:08 - 00:24:24:21
Abigail Acton
Überaus interessant, Jason. Assoziiert mit Adipositas. Könnten Sie bitte kurz erläutern, worin der Zusammenhang bestehen könnte? Ich meine, dass das irgendwie kontraintuitiv klingt.
00:24:24:24 - 00:24:27:01
Jason Halford
Das klingt kontraintuitiv.
00:24:27:03 - 00:24:49:14
Jason Halford
Und einige Leute haben mit dem Gedanken der umgekehrten Kausalität argumentiert: Ist es die Adipositas, die den Süßstoffverbrauch antreibt, und nicht der Süßungsmittelkonsum, der die Adipositas antreibt? Und Beobachtungsstudien vereinen die Kraft einer großen Anzahl von Menschen. Sie sind großartig. Sie können sich die Bevölkerung in der realen Welt anschauen. Ein Großteil der Daten beruht jedoch auch auf Selbstauskünften und Ernährungsdaten.
00:24:49:14 - 00:25:22:02
Jason Halford
Selbstauskünfte über Ernährung können sich als problematisch erweisen, aber es gibt Möglichkeiten, um das zu umgehen. Man könnte Urintests auf bestimmte Süßungsmittel durchführen. Nicht alle Süßstoffe lassen sich biologisch nachweisen, aber es gibt Möglichkeiten, diese Art von Problem zu lösen. Wir waren wirklich daran interessiert, dem auf den Grund zu gehen, und wollten herausfinden, ob der Ersatz von zuckerhaltigen Lebensmitteln durch traditionelle und neue kalorienarme oder kalorienfreie Süßungsmittel, aber auch durch sogenannte Süßstoffverstärker, ein sicheres und wirksames Mittel zur Bekämpfung von Adipositas und den damit in Verbindung stehenden Krankheiten bilden könnte.
00:25:22:04 - 00:25:38:11
Jason Halford
Und wir interessieren uns außerdem für die Auswirkungen der Umstellung von Zucker auf Süßungsmittel im Hinblick auf die ökologische Nachhaltigkeit: Würden sich daraus Vorteile ergeben? Wäre es nachteilig? Wir mussten das auf Lebenszyklusbasis modellieren. Mit jedem dieser Inhaltsstoffe, die wir im Vergleich zu Zucker betrachten.
00:25:38:13 - 00:26:02:20
Abigail Acton
Das hört sich sehr ausführlich und komplex an, aber nicht auf eine schlechte Weise. Ich meine, es ist ein faszinierendes Projekt, das aus mehreren Teilen besteht. Sie werden sich mit vielen verschiedenen Dingen beschäftigen. Betrachten wir aus Gründen der Zeit, die uns zur Verfügung steht, zwei davon, wenn wir über Sicherheit und über die öffentliche Wahrnehmung sprechen. Zunächst einmal zur Sicherheit, denn wie viele Leute habe ich eine Art vages Gerücht gehört, dass einige Süßungsmittel nicht so gut für mich sind und so weiter.
00:26:03:00 - 00:26:06:16
Abigail Acton
Was haben Sie in Bezug auf die Sicherheit des Einsatzes von Süßstoffen herausgefunden?
00:26:06:18 - 00:26:33:24
Jason Halford
Wir haben bei allem, was wir unternahmen, die Sicherheit geprüft und zahlreiche Studien durchgeführt, sowohl akute als auch mittelfristige. Wir haben eine europaweite einjährige multizentrische Studie durchgeführt, in der der Ersatz von Zucker durch kalorienarme Süßungsmittel im Vergleich zu den üblichen, zuckerreduzierten Empfehlungen untersucht wurde. Wir betrachteten die Sache unter dem Gesichtspunkt der Gewichtsabnahme und -kontrolle. Und wir haben das Körpergewicht, die Körperfettmasse und die Körperfettverteilung sowie die Zusammensetzung der Darmmikrobiota gemessen,
00:26:33:24 - 00:26:59:14
denn es gab einige Diskussionen über dieses Thema und darüber, ob die durch Süßstoffe hervorgerufenen Veränderungen vorteilhaft sind oder nicht – kardiometabolische Risikofaktoren, Glukose und Insulin –, und wir haben außerdem Sicherheitsindikatoren untersucht, darunter die Allergenität, die wir interessanterweise anhand von Heißhunger und Nahrungsmittelpräferenzen betrachtet haben, da in einigen Gruppen, insbesondere in wissenschaftlichen Kreisen, die Ansicht vorherrscht, dass Süßungsmittel den Konsum süßer Geschmacksrichtungen fördern, was wiederum auch den Zuckerkonsum ankurbeln würde.
00:26:59:14 - 00:27:05:03
Jason Halford
Dass sie also all diese gute Arbeit zunichte machen. Und wir untersuchten ebenso unerwünschte Ereignisse wie Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen.
00:27:05:03 - 00:27:06:22
Abigail Acton
Warten Sie bitte eine Sekunde. Worum geht es dabei genau?
00:27:06:23 - 00:27:15:02
Um das Magen-Darm-System. Einige dieser Stoffe werden im Darm abgebaut, und das kann zu Unwohlsein führen, wenn man sich bewegt oder auch die Ernährung umstellt.
00:27:15:05 - 00:27:17:17
Abigail Acton
Und zu welchen Ergebnissen sind Sie dabei gekommen?
00:27:17:19 - 00:27:43:03
Jason Halford
Nun, bei der Verwendung von Süßungsmitteln konnte etwas mehr Gewichtsverlust erhalten werden, etwa 7,2 kg im Vergleich zur Kontrollgruppe, die 5,6 kg nach einem Jahr beibehalten konnte. Der Unterschied zwischen diesen beiden ist klinisch signifikant und fällt zugunsten der Süßungsmittel aus. Der Ersatz von Zucker in der Nahrung könnte also ein sicheres und wirksames Mittel zur Bekämpfung von Adipositas und deren Folgeerkrankungen darstellen.
00:27:43:08 - 00:27:52:22
Jason Halford
Aber auch der Süßstoffkonsum an sich wirkte sich nicht negativ auf die kardiometabolische Gesundheit aus oder verursachte keine schädlichen mikrobiellen Darmmuster.
00:27:53:01 - 00:28:21:17
Abigail Acton
Wir hören nun, dass die Vermutung bestand, Süßstoffe könnten die kardiometabolische Gesundheit beeinträchtigen. Und Ihre Studie hat gezeigt, dass dies nicht der Fall ist. Das ist ausgezeichnet. Okay. Und wenn ich nun zum Konzept der öffentlichen Wahrnehmung übergehe, denn es kann ja wissenschaftlich nachgewiesen werden, es kann dazu geforscht werden. Aber wir alle gehen von einem grundlegenden Punkt aus, nämlich dass wir die Mitglieder der Gemeinschaft, denen wir helfen wollen, mit ins Boot holen und motivieren müssen.
00:28:21:19 - 00:28:25:08
Abigail Acton
Was mussten Sie nun in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung feststellen?
00:28:25:10 - 00:28:46:15
Jason Halford
Nun, ich meine, es gibt einige interessante Ergebnisse, wenn man sich die einzelnen Länder ansieht; sie sind sehr unterschiedlich in ihrer Einstellung zu Süßungsmitteln, jedoch auch in der Glaubwürdigkeit wissenschaftlicher Empfehlungen rund um Süßstoffe. Die Verbraucherinnen und Verbraucher trauen den wissenschaftlichen Empfehlungen nicht immer und schätzen sie daher nicht besonders hoch ein. Interessant ist auch die geschlechts- und altersbezogene Aufteilung, die in den verschiedenen Ländern völlig unterschiedlich ausfiel.
00:28:46:17 - 00:29:09:19
Jason Halford
Wir konnten jedoch feststellen, dass die Menschen nach Möglichkeiten suchen, um den Zuckerkonsum zu reduzieren. Und sie zogen Süßungsmittel als potenzielles Mittel zur Gewichtskontrolle in Betracht, vor allem, um ihr Verlangen nach Zucker zu verringern, das die Menschen als großes Problem empfanden, wenn sie von Zucker auf zuckerfreie Produkte umstiegen. Aber oft, glaube ich, gerade wegen der Erfahrung oder früherer Erfahrungen.
00:29:09:21 - 00:29:34:02
Jason Halford
Einige der älteren Produkte galten daher oft als weniger schmackhaft oder süß als die mit Zucker gesüßten vergleichbaren Waren. Manchmal waren sie auch mit einem chemischen Beigeschmack verbunden, und das war ein echtes Hindernis für die Verbraucherinnen und Verbraucher, von Zucker auf Süßstoffe umzusteigen. Und ich glaube, dass die Menschen pflanzliche Süßungsmittel oder solche, die sie als natürlich ansehen, positiver wahrnehmen.
00:29:34:02 - 00:29:35:10
Abigail Acton
Das kann ich mir gut vorstellen.
00:29:35:10 - 00:29:49:03
Jason Halford
Das könnte bei Stevia so gewesen sein. Auch wenn Stevia in einer Fabrik hergestellt wird. Es wird als natürlich empfunden, verglichen mit dem, was die Leute als künstliche Süßungsmittel bezeichnen würden. Und dieser Begriff „künstlich“ ist wiederum ein echtes Thema.
00:29:49:03 - 00:30:02:06
Abigail Acton
Das ist ein gewaltiger Abtörner. Genau. Immerhin ist Stevia eine Pflanze und Zucker ist eine Pflanze. Also hallo. Jaja. Vielen Dank, Jason. Überaus interessant. Faszinierende Forschung. Vielen Dank. Hat jemand eine Anmerkung zu Jason? Ja, bitte. Sharleen.
00:30:02:08 - 00:30:35:24
Sharleen O’Reilly
Nun. Das ist eine tolle Studie, und ich interessiere mich sehr für die Auswirkungen von Süßungsmitteln in der Schwangerschaft. Haben Sie sich etwas dazu angeschaut? Denn es gibt gute Belege dafür, dass verschiedene Süßstoffe unterschiedliche Auswirkungen auf mögliche Tierschwangerschaften haben. Und soweit ich weiß, verfügen wir über keine klaren Daten zu Kindern. Aber wir können auch ihre geschlechtsspezifischen Auswirkungen sehen, was irgendwie seltsam, aber für Tiermodelle sehr zutreffend ist. Haben Sie in Ihrem Projekt etwas beobachtet oder hat sich jemand damit befasst?
00:30:36:01 - 00:30:54:24
Haben wir nicht. Ich gehe davon aus, dass wir keine schwangeren Frauen einbezogen haben. Ich glaube, das war eines der Ausschlusskriterien, obwohl wir oft Familien rekrutiert haben, weil wir uns das auch bei Kindern anschauen wollten. Aber es stellte sich heraus, dass wir es während der Pandemie realisieren mussten, und es war schon schwer genug, die Erwachsenen dazu zu bewegen, ins Labor zu kommen. Es gestaltete sich allen Ländern, in denen wir tätig waren, als schwierig.
00:30:55:05 - 00:31:20:10
Jason Halford
Besonders streng ging es in den Niederlanden und in Kopenhagen zu, vielleicht weniger streng in Griechenland. Es gab unterschiedliche Dinge, also haben wir uns das nicht angeschaut, und natürlich werden diese Dinge anhand von Modellen getestet, in denen ihre potenziellen, schädlichen oder gefährlichen Auswirkungen untersucht werden. Und sie sind auf dem Markt nicht erlaubt. Ein wichtiger Punkt ist jedoch, dass es sich bei jedem dieser Dinge um eine andere Chemikalie handelt.
00:31:20:10 - 00:31:36:19
Jason Halford
Wirft man sie alle in einen Topf, sagen die Leute oft einfach, dass alle Süßungsmittel ein und dieselbe Sache sind. Und es gibt sehr unterschiedliche Mengen dieser Dinge, und es kommen immer wieder neue hinzu, und es ist sehr wichtig, dass wir mit den entsprechenden Tests auf dem Laufenden bleiben.
00:31:36:21 - 00:31:53:23
Abigail Acton
Definitiv. Denn der Markt muss für diese Art von Produkten absolut riesig sein. Sie und ihre Themen waren alle drei heute wirklich interessant. Und ich finde es toll, dass Sie die Sache aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Aber im Grunde geht es hier in der einen oder anderen Weise um Ermächtigung. Vielen Dank für Ihre Recherchen und dafür, dass Sie sich heute Morgen Zeit für mich genommen haben.
00:31:54:00 - 00:31:54:09
Sharleen O’Reilly
Vielen Dank.
00:31:54:12 - 00:31:56:00
Jason Halford
Ich danke Ihnen vielmals.
00:31:56:02 - 00:31:56:10
Jason Halford
00:31:56:12 - 00:31:57:00
Knut-Inge Klepp
Vielen Dank.
00:31:57:04 - 00:32:00:04
Abigail Acton
Auf Wiedersehen!
00:32:00:06 - 00:32:22:10
Abigail Acton
Wenn Ihnen dieser Podcast gefallen hat, folgen Sie uns auf Spotify oder Apple, und besuchen Sie die Podcast-Homepage auf der CORDIS-Website. Melden Sie sich an, damit Ihnen die spannendsten Forschungsergebnisse der EU-finanzierten Wissenschaft nicht entgehen. Und wenn Ihnen das Zuhören Freude bereitet hat, dann erzählen Sie es doch bitte weiter. Wir haben über Ernteroboter gesprochen, die derart geschickt sind, dass sie reife Trauben von den Rebstöcken pflücken können, ohne sie zu beschädigen,
00:32:22:12 - 00:32:41:15
Abigail Acton
über wasserstoffbetriebene Flugzeuge und Grillenburger. In unseren 55 Folgen wird etwas dabei sein, das Ihre Neugierde weckt. Vielleicht sind Sie an einem Projekt beteiligt oder möchten eine Finanzierung beantragen. Werfen Sie einen Blick auf die CORDIS-Website, um zu sehen, womit sich andere in Ihrem Bereich beschäftigen. Seien Sie willkommen und entdecken Sie die Forschung, die offenbart, wie unsere Welt tickt.
00:32:41:17 - 00:32:48:19
Abigail Acton
Wir freuen uns stets darauf, von Ihnen zu hören. Schreiben Sie uns eine Nachricht an editorial@cordis.europa.eu. Bis zum nächsten Mal.
Den Menschen geben, was sie brauchen, um sich gesünder zu ernähren
Adipositas und Übergewicht haben bei Kindern in der EU und weltweit epidemische Ausmaße angenommen: In einigen Ländern sind fast 40 % der Kinder davon betroffen. Die International Diabetes Federation(öffnet in neuem Fenster) geht davon aus, dass die Zahl der Erkrankten bis 2050 EU-weit auf über 72 Millionen ansteigen wird. Übergewichtige Jugendliche leben mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, adipöse Erwachsene zu werden, was ihr Risiko für eine Reihe von Gesundheitsproblemen von Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und koronaren Erkrankungen bis hin zu den Auswirkungen auf die psychische Gesundheit der Menschen und ihre Lebensqualität erhöht. Maßnahmen zur Bekämpfung von Adipositas im Kindesalter sind schwer umsetzbar, und aufgestellte Regeln werden oft nur lückenhaft befolgt – würde es möglicherweise etwas bewirken, Jugendliche in die Ausarbeitung der Strategien einzubeziehen, die ihnen helfen sollen? Als ein Warnzeichen für Typ-2-Diabetes gilt Schwangerschaftsdiabetes, die am häufigsten während der Schwangerschaft auftretende Komplikation. Auch hier stellt sich die Frage: Kann die Einbeziehung der betroffenen Gruppe in Entscheidungsfindungsprozesse die Frauen in die Lage versetzen, ihr Risiko auf mütterliche Adipositas zu senken? Es ist einfacher, die richtigen Entscheidungen zu treffen, wenn gesündere Alternativen zu den sich möglicherweise negativ auf die Gesundheit auswirkenden Lebensmitteln zur Verfügung stehen. Ist in Sachen Süßungsmittel wirklich das gesamte Potenzial ausgeschöpft? Und wenn nicht, warum? Welche Vorteile könnten sie bieten? Welche aufschlussreichen Antworten können unsere drei Gäste auf diese und weitere wichtige Fragen geben? Alle drei wurden mit Mitteln aus der EU-Forschungs- und Innovationsfinanzierung unterstützt. Nun sind sie hier, um einige ihrer Ergebnisse an uns weiterzugeben: Knut-Inge Klepp(öffnet in neuem Fenster), Sonderberater am norwegischen Institut für Volksgesundheit(öffnet in neuem Fenster) und Professor für öffentliche Gesundheit und Ernährung an der Universität Oslo(öffnet in neuem Fenster). Er interessiert sich für Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen und die Frage, wie junge Menschen angesprochen werden können, damit sich tatsächlich etwas ändert. Diese Idee verfolgte er im Rahmen des Projekts CO-CREATE. Sharleen O’Reilly(öffnet in neuem Fenster), Koordinatorin des Projekts IMPACT DIABETES B2B, ist staatlich anerkannte Diätassistentin und Professorin für Humanernährung am University College Dublin(öffnet in neuem Fenster), Irland. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung der Gesundheit von Frauen und Kindern, wobei das Ziel darin besteht, chronischen Krankheiten wie Herzerkrankungen oder Diabetes durch Verhaltensänderungen und Gesundheitsförderung vorzubeugen. Jason Halford(öffnet in neuem Fenster) ist Professor für Psychologie an der University of Leeds(öffnet in neuem Fenster). Jasons Interesse gilt Adipositas, Essverhalten und Appetit. Er ist Mitglied des Leitungsgremiums der European Coalition for People living with Obesity, und koordinierte das Projekt SWEET.
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