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Eine ehrende Auszeichnung mit dem Nobelpreis für EU-finanzierte Wissenschaftler, die eine neue Ära der Neurowissenschaft einläuten

Der deutsche Biophysiker Peter Hegemann teilt sich den Nobelpreis 2026 für Physiologie oder Medizin mit zwei weiteren Wissenschaftlern für Entdeckungen, die die Steuerung der Nervenzellaktivität mittels Licht ermöglichen.

Der Wissenschaftler Peter Hegemann von der deutschen Humboldt-Universität zu Berlin hat den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 für seinen bahnbrechenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Optogenetik erhalten – eine Technik zur Steuerung und Überwachung der Aktivität von Neuronen oder anderen Zellen mittels Licht. Hegemann teilt sich diese Auszeichnung mit zwei weiteren Wissenschaftlern, Karl Deisseroth und Georg Nagel. Die drei Professoren erhielten gemeinsam den Nobelpreis „für ihre Entdeckungen im Bereich der lichtgesteuerten Ionenkanäle und Optogenetik“.

Mit Licht die Geheimnisse des Gehirns entschlüsseln

Die Optogenetik führt zu einem grundlegend anderen Verständnis des Gehirns, da sie sichtbar macht, wie Nervenzellen Erinnerungen, Gefühle und Verhaltensweisen formen. Im Jahr 2003 entdeckten Hegemann und Nagel in einer einzelligen Alge ein lichtempfindliches Protein namens Channelrhodopsin. Deisseroth verwandelte das Protein anschließend in einen lichtgesteuerten Schalter für Nervenzellen. Die Forschung der drei Wissenschaftler liefert nun wertvolle Erkenntnisse über Hirnerkrankungen wie Schizophrenie, Demenz, Epilepsie und Suchtverhalten. Die Forschung wird zudem für Versuche genutzt, um das Sehvermögen von Menschen mit Sehverlust aufgrund von Erkrankungen wie Retinitis pigmentosa wiederherzustellen, indem ein lichtempfindliches Protein in die Netzhaut eingebracht wird. „Herzlichen Glückwunsch an die drei heutigen Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin! Wir sind stolz darauf, dass Peter Hegemann zu den Gewinnern zählt“, kommentierte Maria Leptin, Präsidentin des Europäischen Forschungsrats (ERC), kürzlich in einer Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster). „Der Europäische Forschungsrat hat seine wegweisende Forschung seit 2016 mit zwei Stipendien unterstützt. Seine bahnbrechenden Entdeckungen zeigen einmal mehr, warum Europa in Grundlagenforschung investieren und herausragenden Forscherinnen und Forschern die Freiheit geben muss, ihren wissenschaftlichen Instinkten zu folgen.“

Ein Vermächtnis europäischer Förderung

Hegemann wurde zunächst 2016 für seine Pionierforschung in Form eines „ERC Advanced Grant“-Stipendiums für Projekt MERA (Mechanism of Enzyme Rhodopsin Activation) durch die EU gefördert. Über einen Zeitraum von fünf Jahren erforschte er ein bis dahin unbekanntes lichtempfindliches Protein namens Rhodopsin-Guanylyl-Cyclase. Der Preisträger teilt sich zudem gemeinsam mit zwei weiteren Stipendiaten ein „ERC Synergy Grant“-Stipendium für Projekt SOL – Switchable rhodOpsins in Life Sciences(öffnet in neuem Fenster). Dieses laufende Projekt soll die Optogenetik auf eine breitere Palette biologischer Systeme erweitern. Der Biophysiker wirkte ferner an einem weiteren EU-finanzierten Projekt namens STARDUST (in vivo optogeneticS, elecTrophysiology and phArmacology with an ultRasonically-powered DUST for Parkinson’s Disease)(öffnet in neuem Fenster) mit. In dessen Rahmen wurde eine Technologieplattform für zukünftige drahtlose, implantierbare Geräte im Mikromaßstab entwickelt, die eine in-vivo-Elektrophysiologie, Optogenetik und ultralokalisierte Arzneimittelverabreichung bei sich frei bewegenden Tieren ermöglichen. Dieses FET-Projekt für künftige und neu entstehende Technologien wurde 2022 abgeschlossen. Ekaterina Zaharieva, EU-Kommissarin für Start-ups, Forschung und Innovation, äußerte sich wie folgt zu Hegemanns bemerkenswerter Arbeit: „Die Europäische Union ist stolz auf die Förderung von Professor Hegemann. Seine Errungenschaften verdeutlichen, warum Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, denen die Freiheit gegeben wird, mutige Ideen weiterzuverfolgen, völlig neue Wissensgebiete eröffnen und Chancen für zukünftige medizinische Fortschritte schaffen können.“ Weitere Informationen: Projekt MERA SOL-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)