Revolution in Wachstum und Gesundheit in der Tierhaltung
Angesichts des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums, durch die das Risiko der Ernährungsunsicherheit erhöht wird, steht die Landwirtschaft vor der Bewältigung der Aufgabe, die Tierproduktion zu steigern. Das muss jedoch ohne den übermäßigen Einsatz von Antibiotika und traditionellen wachstumsfördernden Methoden geschehen, von denen viele mit Gesundheits- und Umweltproblemen in Verbindung gebracht worden sind. „Da die Nachfrage nach tierischem Eiweiß steigt, muss die Viehwirtschaft mehr Lebensmittel mit weniger Ressourcen erzeugen und gleichzeitig strengere Nachhaltigkeits- und Tierwohlnormen einhalten“, erläutert David Gilbert, Vizepräsident für Geschäftsentwicklung bei Aviwell(öffnet in neuem Fenster), einem Unternehmen, bei dem die Entwicklung neuer Lösungen zur Unterstützung der Agrar- und Lebensmittelindustrie bei der nachhaltigen Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung im Mittelpunkt steht. Eine dieser Lösungen ist die Aneto™ Discovery Platform.
Produktivität von Tieren ohne Antibiotika verbessern
Aneto™ wurde mit Unterstützung von Finanzmitteln des Europäischen Innovationsrates(öffnet in neuem Fenster) für das Projekt Aviwell entwickelt und ist eine innovative, KI-gesteuerte Plattform, die dazu vorgesehen ist, bioaktive Lösungen auf der Grundlage jener biologischen Mechanismen zu finden, die bei Tieren Produktivität und Gesundheit verbessern. „Mit unserer Plattform kann die Agrar- und Ernährungsindustrie die biologischen Triebkräfte der tierischen Leistung mithilfe fortgeschrittener Datenwissenschaften identifizieren“, erklärt Gilbert. Laut Gilbert kommen bei der Lösung bereits existierende proprietäre bioinformatische und biostatistische Pipelines zum Einsatz, um molekulare Datensätze in Aneto™ zu integrieren. Anschließend wird mithilfe modernster Algorithmen ein digitales Tiermodell erstellt. Die Nutzenden können dieses Modell abfragen, um jene bioaktiven Lösungen zu ermitteln, die Wachstum und Gesundheit im Viehbestand beeinflussen können. „Diese Entdeckungen werden dann in praktische Lösungen für die Tierhaltung umgesetzt, die die tierische Leistung optimieren und gleichzeitig die Abhängigkeit von Antibiotika verringern, die Nachhaltigkeit steigern und die aktuellen Anforderungen der Verbrauchsseite an natürliche und sichere Lebensmittel erfüllen können“, fügt Gilbert hinzu. Das Unternehmen hat die Aneto™-Plattform bereits genutzt, um eine mit bioaktive Futtermittelzusatzlösung zu erarbeiten, die als Nectar™ vermarktet wird. Das Team von Aviwell verwendete die EU-Finanzmittel außerdem zur Validierung seiner Aneto™-Plattform. „Diese Validierungsstudien demonstrieren, dass die gezielten bioaktiven Lösungen, die von unserer Plattform identifiziert werden, die Produktivität des Viehbestands erheblich verbessern können“, erklärt Gilbert.
Produktiver Viehbestand – aber nicht auf Kosten der Nachhaltigkeit
Mit Unterstützung der EU ist es im Rahmen von Aviwell gelungen, komplexe biologische Daten in bioaktive Lösungen umzuwandeln, die in landwirtschaftlichen Betrieben angewandt werden können, um sowohl die Gesundheit als auch die Leistung der Viehbestände zu verbessern. Außerdem wurde nachgewiesen, dass gesteigerte Produktivität in der Viehwirtschaft nicht zwangsläufig auf Kosten der Nachhaltigkeit erfolgen muss. „Eine der Errungenschaften, auf die wir am meisten stolz sind, ist die Demonstration, dass Bio- und Datenwissenschaften erfolgreich kombinierbar sind, um Produktivität und Nachhaltigkeit von Tierbeständen und das Tierwohl zu verbessern“, berichtet Gilbert. Das Unternehmen arbeitet nun an der Kommerzialisierung und Maßstabserweiterung seiner Plattform sowie an der Erweiterung seines Netzwerks aus Industriepartnern. „Dank der EU-Finanzierung konnte Aviwell die Transformation von einem Start-up-Unternehmen in der Frühphase zu einem Unternehmen durchlaufen, das nun bereit ist, seine Aneto™-Technologie auf die globalen Nutztiermärkte zu bringen“, schließt Gilbert. „Auf diese Weise werden wir dazu beitragen, die in der Landwirtschaft bestehende kritische Herausforderung zu bewältigen, mit weniger mehr produzieren zu müssen.“