Schädlingsbekämpfung für Oliven und Mandeln auf biologischer Basis
Das BIOVEXO(öffnet in neuem Fenster) –Projekt wurde als Reaktion auf die rasche Ausbreitung von Xylella fastidiosa ins Leben gerufen, einem der zerstörerischsten Pflanzenpathogene, das den Oliven- und Mandelanbau in Europa betrifft. Dieses Bakterium, das durch Insekten, wie z. B. Speckkäfer, übertragen wird, hat im gesamten Mittelmeerraum zu einem weit verbreiteten Baumsterben geführt, wobei in einigen Regionen ein 65 bis 80 %(öffnet in neuem Fenster) Rückgang der Olivenproduktion zu verzeichnen ist. „Bis zu diesem Projekt standen keine wirksamen und nachhaltigen Lösungen zur Bekämpfung der Krankheit zur Verfügung“, erklärt die BIOVEXO-Projektmanagerin Francine Martin von der RTDS Group(öffnet in neuem Fenster), dem in Österreich ansässigen Projektkoordinator. „Bestehende Maßnahmen stützten sich hauptsächlich auf Insektizide, die oft unzureichend und umweltschädlich sind.“
Nachhaltige, biobasierte Pflanzenschutzkonzepte
Um dieser Situation zu begegnen, hat BIOVEXO versucht, innovative Biopestizide zu entwickeln, die sowohl auf das Bakterium als auch auf dessen Insektenvektor abzielen. Das Projekt konzentrierte sich auf die Identifizierung und Validierung eines Portfolios biologischer Lösungen, einschließlich nützlicher Bakterienstämme, natürlicher Pflanzenextrakte, mikrobieller Metaboliten sowie entomopathogener(öffnet in neuem Fenster) Pilze. Es handelte sich um eine Gemeinschaftsinitiative, die von einem multidisziplinären Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Industriepartnern, KMU und Landwirtschaftsverbänden durchgeführt wurde. „BIOVEXO verfolgte eine umfassende Innovationspipeline, die von der Entdeckung bis zur praktischen Anwendung reicht“, sagt Martin. „Dies umfasste: die Auswahl und Optimierung von biologischen Bekämpfungsmitteln; die Entwicklung, Formulierung und Hochskalierung von X-Biopestiziden (gegen das Bakterium) und V-Biopestiziden (gegen den Vektor) sowie ökologische, toxikologische und regulatorische Bewertungen.“ Vielversprechende Biopestizide wurden dann in Feldversuchen unter realen landwirtschaftlichen Bedingungen getestet. Diese wurden in von Xylella befallenen Regionen wie Apulien in Italien und Mallorca in Spanien durchgeführt, wobei die Anwendungen entsprechend den saisonalen Bedingungen wiederholt wurden. Heilende Versuche wurden in infizierten Oliven- und Mandelplantagen durchgeführt, während vorbeugende Versuche auf der Grundlage des integrierten Pflanzenschutzes(öffnet in neuem Fenster) (IPM) in neu angelegten Plantagen durchgeführt wurden. Die Integrierte Schädlingsbekämpfung ist eine ökosystembasierte Strategie, die Techniken wie die biologische Schädlingsbekämpfung, die Veränderung von Lebensräumen sowie die Verwendung resistenter Sorten kombiniert. „Diese Versuche kombinierten mehrere Behandlungen und umfassten eine kontinuierliche Überwachung von Symptomen, Bakterienpopulationen und physiologischen Reaktionen der Pflanzen“, ergänzt Martin. „Es wurden zudem Lebenszyklusanalysen sowie Maßnahmen zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Lösungen sowohl wirksam als auch nachhaltig sind.“
Verbesserte Resilienz und weniger Stress
Ein wichtiger Erfolg ist die Kommerzialisierung eines V-Biopestizids (Sankari, entwickelt vom Projektpartner Globachem). Dies zeigte eine gute Wirksamkeit bei der Reduzierung sowohl der juvenilen als auch der adulten Schaumzikadenpopulationen und bestätigte seinen Nutzen als Bestandteil von Vektorkontrollstrategien. „Sankari – ein Produkt auf Basis von Nonansäure – zeigte eine starke Wirksamkeit im Rahmen von IPM-Strategien“, sagt Martin. „Regulatorische Zulassungen wurden bereits in einigen Ländern erteilt, weitere Registrierungen werden in wichtigen Märkten erwartet.“ Präventive IPM-Versuche haben auch gezeigt, dass die Kombination von gegen Bakterien und Vektoren gerichteten Behandlungen die Infektionsraten maßgeblich reduzieren kann. Physiologische Analysen ergaben, dass die behandelten Pflanzen – insbesondere junge Olivenbäume – eine verbesserte Transpiration und niedrigere Kronentemperaturen aufwiesen, was auf eine verbesserte Widerstandsfähigkeit und geringeren Stress schließen lässt.
Umsetzung eines integrierten Pflanzenschutzes
Um die Einführung auf betrieblicher Ebene zu unterstützen, hat BIOVEXO eine praktische Broschüre mit Empfehlungen(öffnet in neuem Fenster) für Landwirte zur Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes entwickelt. „Dies überführt die Projektergebnisse in klare, anwendbare Handlungsempfehlungen für Endnutzer“, ergänzt Martin. „Eine zentrale Erkenntnis ist, dass kein einzelnes Produkt eine vollständige Lösung bietet. Der wirksamste Ansatz sind vielmehr integrierte Strategien, die gleichzeitig auf das Bakterium und seinen Vektor abzielen und auf spezifische agronomische und ökologische Gegebenheiten zugeschnitten sind.“ Die künftige Arbeit wird sich daher darauf konzentrieren, diese integrierten Ansätze zu optimieren und deren Einführung in großem Maßstab zu unterstützen. „Insgesamt hat das Projekt den Schritt von der Konzeptvalidierung hin zur konkreten Markteinführung sowie zu innovationsnahen, marktnahen Lösungen vollzogen“, bemerkt Martin. „Dies hat den Grundstein für nachhaltige, biobasierte Lösungen zum Pflanzenschutz gelegt, die in Europas Oliven- und Mandelsektoren eingesetzt werden können.“ Das Projekt BIOVEXO wurde vom Circular Bio-based Europe Joint Undertaking(öffnet in neuem Fenster), einer öffentlich-privaten Partnerschaft, finanziert.