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Die Säulen flexibler Gesundheitssysteme erforschen

Das Team von FLASH zeigt den Weg zu dynamischer Resilienz in der europäischen Gesundheitsfinanzierung auf.

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts FLASH(öffnet in neuem Fenster) werden Lösungen erkundet, um die Starrheit der Finanzierungsmodelle in der Gesundheitsversorgung und deren Unfähigkeit zu überwinden, plötzliche, großräumige Störungen auf angemessene Weise zu bewältigen. Eine eindringliche Erinnerung daran bildet die COVID-19-Pandemie. Die europäischen Länder reagierten zwar mit der Bereitstellung von Notfallmitteln und der Umverteilung von Ressourcen, doch diese Maßnahmen verdeutlichten, wie notwendig es ist, flexibel zu sein. Um die Bereitschaft, Effizienz und Gerechtigkeit der EU-Gesundheitssysteme zu verbessern, analysiert das Team von FLASH drei entscheidende Dimensionen der Flexibilität.

Plötzliche Schocks, Versorgungsbedarf und gesundheitliche Bedürfnisse

Eine Dimension betrifft die Fähigkeit, plötzliche Schocks flexibel abfangen zu können. Die Pandemie offenbarte, dass selbst gut funktionierende Gesundheitssysteme mit Nachfrageschüben zu kämpfen hatten, was häufig darin endete, dass die Behandlung von nicht auf COVID-19 zurückzuführenden Erkrankungen aufgeschoben wurde. Das Team von FLASH hat ein Maß für Resilienz entwickelt, um zu bewerten, wie schnell Krankenhaussysteme wieder das Aktivitätsniveau von vor der Krise wieder erreichen. Diese Analyse zeigt drei Säulen der Resilienz auf: eine robuste Belegschaft mit effektiver interdisziplinärer Koordinierung, digitale Integration einschließlich elektronischer Gesundheitsaufzeichnungen und Echtzeitüberwachung sowie die Fähigkeit, aus Erfahrungen zu lernen. Die Forschungsgruppe kommt zu dem Schluss, dass die Resilienz von Krankenhäusern nicht durch isolierte Maßnahmen zu erreichen ist, sondern ein integrierter Ansatz erforderlich ist, der gleichzeitig die menschlichen, technologischen und organisatorischen Kapazitäten stärkt. Ein weiterer Aspekt ist die Flexibilität in Bezug auf den Ort, an dem die Versorgung geleistet wird. Idealerweise sollten die Patientinnen und Patienten unabhängig von ihrem Wohnsitz in der EU Zugang zu qualitativ hochwertiger Versorgung erhalten, doch bestehen immer noch Hindernisse in Bezug auf die grenzüberschreitende Mobilität. Innerhalb der Arbeit von FLASH werden rechtliche und wirtschaftliche Hindernisse untersucht, wobei demonstriert wird, dass wirtschaftliche Barrieren oft mit bereits vorhandenen Gesetzgebungen überwunden werden können. Es werden Methoden zur Harmonisierung der länderübergreifenden Zahlungssysteme und Tarife vorgeschlagen, und das Projektteam legt nahe, dass die Erleichterung der Patientenmobilität tatsächlich das soziale Wohlergehen, insbesondere im Hinblick auf die Mobilität an den Grenzen und das Kapazitätsmanagement der Einrichtungen, erhöhen kann. Eine dritte Dimension betrifft die Flexibilität in Bezug auf die gesundheitlichen Bedürfnisse, insbesondere die Beseitigung von Ungleichheiten bei der Mittelzuweisung. Selbstbeteiligung der Versicherten an den Krankheitskosten verringern zwar die finanzielle Belastung der öffentlichen Kostenträger, führen aber häufig dazu, dass der Bedarf benachteiligter Bevölkerungsgruppen nicht gedeckt wird. Im Zuge von FLASH wurde diese Analyse auf die interregionale Ebene ausgeweitet und untersucht, ob dem erhöhten gesundheitlichen Bedürfnissen in bestimmten Regionen auch erhöhte finanzielle Mittel gegenüberstehen. Die Ergebnisse lassen EU-weit eine erhebliche Heterogenität erkennen. Während in Belgien und Spanien die Mittel entsprechend dem Bedarf aufgestockt werden, ist dieser Zusammenhang in der Tschechischen Republik und Italien nur schwach ersichtlich. Durch Katalogisierung der Regeln für die Mittelzuweisung in neun Ländern bietet das Projektteam den Verantwortlichen der Politik eine Referenz für die Reform der bestehenden Regeln für die Zuweisung von Finanzmitteln von der zentralen zur lokalen Ebene.

Der Fall Katalonien

Das Streben nach Flexibilität und Digitalisierung birgt jedoch auch seine ganz eigenen Risiken, wie eine kürzlich im Rahmen von FLASH (Flexible Approaches to Support Health through financing) durchgeführte Studie(öffnet in neuem Fenster) in Katalonien ergeben hat. Es wurde die Einführung und langfristige Nutzung der digitalen Plattform „MyHealth“ des katalanischen nationalen Gesundheitssystems evaluiert, die für den Zeitraum von 2015 bis 2023 über 9,4 Millionen Personen und 727 Millionen Gesundheitsinteraktionen umfasst. Die Ergebnisse zeigten, dass trotz der durch die Pandemie beschleunigten raschen Erweiterung der Zugang zu digitalen Gesundheitsdiensten weiterhin von hoher Ungleichheit geprägt war. Die Einbeziehung war bei Frauen, spanischen Staatsangehörigen und Personen mit höherem Einkommen deutlich höher, während ältere Erwachsene, Zugewanderte und Menschen auf dem Land durchweg unterrepräsentiert blieben. Die Schlussfolgerung lautet, dass Digitalisierung allein nicht mehr Gerechtigkeit beim Zugang zur Gesundheitsversorgung garantiert. In ihrem Streben nach mehr Flexibilität müssen die EU-Gesundheitssysteme gleichzeitig strukturelle Hindernisse wie mangelnde digitale Kompetenz, sprachliche und kulturelle Zugänglichkeit sowie Infrastruktur in benachteiligten Gebieten angehen. Im Endeffekt ist ein wirklich flexibles Gesundheitssystem eines, das sich nicht nur an finanzielle und logistische Schocks, sondern auch an die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der Gesamtbevölkerung anpassen kann. Weitere Informationen: FLASH-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)

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