Risikoinstrument für schlankere Zukunft junger Europäerinnen und Europäer
Adipositas stellt eine der dringendsten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit in Europa dar, von der Millionen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betroffen sind. Es ist wohlbekannt, dass Adipositas einer breiten Palette von Erkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischen Störungen und mindestens dreizehn verschiedenen Krebsarten die Tür öffnet, die alle in vorzeitigem Tod und Behinderung enden können. Zudem erreichen die dadurch verursachten Kosten in Europa jährlich Eurobeträge in Milliardenhöhe. Ungeachtet des wachsenden Bewusstseins bleibt die Prävention schwierig, teils aufgrund mangelnder Gesundheitskompetenz, vor allem aber, weil Adipositas durch eine komplexe Kombination aus biologischen, verhaltensbedingten, sozialen und umweltbedingten Faktoren verursacht wird. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der Tatsache, dass die Zahl der an Adipositas Erkrankten bis 2050 voraussichtlich erheblich ansteigen wird, hat sich das Team des Projekts PAS GRAS zum Ziel gesetzt, die Gesundheitskompetenz zu verbessern, gesündere Lebensstile zu fördern und die langfristige Belastung für Einzelpersonen und Gesundheitssysteme zu reduzieren.
Fokus auf proaktive Prävention verlagern
Seit dem Projektstart 2023 arbeitet das Team von PAS GRAS daran, Adipositas vorzubeugen und einzudämmen. Dies geschieht durch Strategien, mithilfe derer Risikopersonen frühzeitig ermittelt und mit personalisierten, evidenzbasierten Strategien unterstützt werden, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Das Projektteam integriert wissenschaftliche Forschung, digitale Werkzeuge und gemeinschaftsbasierte Ansätze, um einen gesünderen Lebensstil zu unterstützen, die Gesundheitskompetenz zu verbessern sowie zu effektiveren und nachhaltigeren Präventionsstrategien beizutragen, während gleichzeitig an der Gestaltung europaweiter politischer Strategien mitgearbeitet wird. „Durch früheres Erkennen des Adipositasrisikos und personalisiertes Handeln werden im Rahmen von PAS GRAS Menschen und Gemeinschaften in die Lage versetzt, die Kontrolle über ihre Gesundheit zu übernehmen und an einer gesünderen Zukunft mitzuwirken“, erklärt Paulo Oliveira, leitender Forscher am Zentrum für Neurowissenschaften und Zellbiologie der Universität Coimbra in Portugal. In den letzten drei Jahren wurden innerhalb von PAS GRAS große Fortschritte bei seinen wissenschaftlichen und technologischen Kernanliegen erzielt. Als ein Schlüsselerfolg gilt die Entwicklung des innovativen Risikobewertungsinstruments (Risk Assessment Tool; RAT), das biologische Parameter, Lebensstil, psychisches Wohlbefinden und sozioökonomischen Kontext verknüpft, um das Adipositasrisiko besser zu verstehen und vorherzusagen. Diese umfassendere Bewertung des Adipositasrisikos gestattet eine effektivere und gezieltere Prävention. Das Team von PAS GRAS hat außerdem Rahmenkonzepte für personalisierte Interventionen entwickelt, die Lebensstiländerungen mit klinischen Erkenntnissen verbinden. Zu den Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitskompetenz zählen die aktive Einbindung der Gemeinschaften durch Aufklärungskampagnen, Informationsmaterialien und Pilotprojekte, die sich an Kinder, Jugendliche und Familien richten.
Stärken für den Weg in die Zukunft nutzen
In Anerkennung seiner Wirkung und seiner Kommunikationsbemühungen wurde PAS GRAS von EASO ECPO(öffnet in neuem Fenster) bei den World Obesity Day 2025 Awards für herausragendes Social-Media-Engagement ausgezeichnet. Überdies erhielt OBEClust, der europäische Cluster von Adipositasforschungsprojekten, dem auch PAS GRAS angehört, die Auszeichnung für das beste Kooperationsprojekt, wodurch die Stärke der Partnerschaften und des Netzwerkansatzes der beteiligten europäischen Projekte hervorgehoben wird. Als nächstes steht die Weiterentwicklung des Risikobewertungsinstruments sowie einer vereinfachten, nutzungsfreundlichen Version für den nichtklinischen Einsatz auf dem Programm. Außerdem werden personalisierte Interventionen in enger Zusammenarbeit mit Schulen, Gesundheitsdienstleistern und Gemeinschaftseinrichtungen umgesetzt. Darüber hinaus plant das Team von PAS GRAS die Entwicklung innovativer nutrazeutischer Formulierungen auf der Basis verschiedener bioaktiver Moleküle, die in der mediterranen Ernährung vorkommen. Bis 2028 wird im Rahmen von PAS GRAS (DE-RISKING METABOLIC, ENVIRONMENTAL AND BEHAVIORAL DETERMINANTS OF OBESITY IN CHILDREN, ADOLESCENTS AND YOUNG ADULTS) dazu beigetragen, die Prävalenz von Adipositas und der damit verbundenen Komplikationen zu verringern, die Lebensqualität zu verbessern und die Gesundheitssysteme in ganz Europa nachhaltiger und kosteneffektiver zu gestalten. Wenn Sie an einer Vorstellung Ihres EU-finanzierten Projekts als „Projekt des Monats“ interessiert sind, schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an editorial@cordis.europa.eu und teilen Sie uns mit, warum!