Fachleute aus der Wirtschaft und Forschung im vereinten Kampf gegen Unterwasserlärm
Das EU-finanzierte Projekt LOWNOISER(öffnet in neuem Fenster) wurde im Januar 2025 ins Leben gerufen, um den maritimen Sektor dabei zu unterstützen, den Unterwasserlärm durch die Schifffahrt zu reduzieren. Im März 2026 trafen Partnerorganisationen aus ganz Europa in Catania, Italien, zusammen, um das Projekt zu erörtern und die Tiefsee-Überwachungsstation Capo Passero im Mittelmeer zu besuchen.
Eine Zwischenbilanz ziehen
Die zweitägige Generalversammlung wurde vom italienischen Projektpartner, dem nationalen Institut für Kernphysik, ausgerichtet, und in dessen Einrichtung, den nationalen Laboren des Südens veranstaltet. Das Konsortium fand sich dort ein, um die Fortschritte zu überprüfen, Erkenntnisse auszutauschen und die nächsten Schritte zur Reduzierung der durch die Schifffahrt verursachten Lärmverschmutzung unter Wasser zu diskutieren. Als Beförderungsart mag die Schifffahrt zwar überaus energieeffizient sein, der dabei entstehende Unterwasserlärm kann jedoch Meeresökosysteme stören und die Fähigkeit von Meerestieren zur Kommunikation, Orientierung und Nahrungssuche beeinträchtigen. Durch die Kombination von Modellierungswerkzeugen, experimenteller Forschung, Demonstrationen im Originalmaßstab und Umweltanalysen arbeitet LOWNOISER daran, diese Lärmverschmutzung zu reduzieren, ohne die Effizienz und Leistung der Schifffahrt zu schmälern. Am ersten Tag der Versammlung berichteten die Partnerorganisationen über den aktuellen Stand bei den Modellierungsansätzen, experimentellen Methoden und großmaßstäblichen Demonstrationsvorhaben, um die Lärmentstehung durch die Schifffahrt und die betreffenden Auswirkungen auf die Meeresumwelt zu verstehen. Das Konsortium untersucht die wichtigsten Lärmquellen – Maschinenvibrationen, hydrodynamische Effekte, strukturelle Schallübertragung und Propellerkavitation – und verwendet analytische Modelle, Simulationen und Messungen, um die Lärmprognose und -überwachung zu verbessern. Diese Erkenntnisse werden zu geräuschärmeren Schiffskonstruktionen, Nachrüstlösungen und Betriebsstrategien zur Minderung von Unterwasserlärm führen. „Wir haben Partner, die die gesamte Kette abbilden – von fortschrittlichen Modellierungs- und Messmethoden bis hin zu Laborexperimenten und Demonstrationen unter realen Bedingungen“, erklärt Emilie Dorgeville von Maritime CleanTech, Norwegen, dem Koordinator von LOWNOISER, in einem auf der Projektwebsite veröffentlichten Artikel(öffnet in neuem Fenster). „Durch die Bündelung dieses Wissens können wir nicht nur den Unterwasserlärm durch die Schifffahrt besser verstehen, sondern auch praktische Lösungen entwickeln und Leitlinien für künftige Vorschriften bereitstellen.“ Das Team wurde durch das Unternehmen Havila Voyages, Norwegen, als Neuzugang weiter verstärkt, das sich LOWNOISER vor Kurzem als assoziierter Partner angeschlossen hat. Das Unternehmen wird sein Schiff MS Havila Capella – das auf der norwegischen Küstenroute zwischen Bergen und Kirkenes verkehrt – mit modernsten Sensoren und Hydrofonen ausstatten lassen, um die beim normalen Schiffsbetrieb entstehenden Unterwassergeräusche und -vibrationen zu messen. „Die Zukunft der Schifffahrt muss auf der Achtung der Ozeane, die wir befahren, und der Küstengemeinden, denen wir dienen, gründen“, erklärt Marianne Vågen Langeland, Geschäftsführerin bei Havila Voyages, in einer weiteren LOWNOISER-Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster). „Durch unsere Beteiligung am LOWNOISER-Projekt und die Zurverfügungstellung unseres Schiffes Havila Capella für die Erprobung unter realen Bedingungen möchten wir zu einer Schifffahrtsindustrie beitragen, die nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch leiser für die marine Tier- und Pflanzenwelt ist.“
Ein Besuch vor Ort
Ein weiterer Vorteil der Generalversammlung war die Gelegenheit auf einen Besuch der Tiefseeforschungsstation Capo Passero. Die Partner besichtigten die DAS-Station (Distributed Acoustic Sensing) für die verteilte akustische Sensorik, die mithilfe von Unterwasser-Glasfaserkabeln Unterwassergeräusche überwacht. Durch die innovative Nutzung der Kabel als Tausende virtueller akustischer Sensoren ermöglicht die DAS-Station die Echtzeit-Erkennung von Unterwasserschwingungen über große Entfernungen hinweg. Für LOWNOISER stellt diese Technologie eine leistungsstarke Lösung zur Überwachung von Schiffslärm und der Meeresgeräuschkulisse dar, um wichtige Daten für die wissenschaftliche Forschung und das maritime Umweltmanagement zu gewinnen. Die Projektergebnisse werden in künftige Leitlinien, bewährte Branchenverfahren und rechtliche Rahmenwerke einfließen, um eine lautlosere und umweltfreundlichere Schifffahrt zu fördern. Projekt LOWNOISER (LOWering underwater NOISE Radiation from waterborne transport) endet im Dezember 2028 aus. Weitere Informationen: LOWNOISER-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)