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NATURAL INTRAOCULAR PHOTOACTIVATION OF COMPOUNDS TO FIGHT RETINOPATHIES

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Eine Methode zur Behandlung von Netzhauterkrankungen ohne Nadeln

Eine neu entwickelte Wirkstoffklasse könnte den Weg für ein oral verabreichtes Arzneimittel zur Behandlung von diabetischer Retinopathie und altersbedingter Makuladegeneration ebnen.

Diabetische Retinopathie und altersbedingte Makuladegeneration sind zwei ernsthafte Augenkrankheiten, die zu schwerem Sehverlust führen können. Zudem betreffen diese beiden Erkrankungen immer mehr Menschen. Es wird geschätzt, dass bereits 420 Millionen Menschen an einer Form von Netzhauterkrankung leiden. Diese Zahl dürfte in den kommenden Jahrzehnten aufgrund der globalen Alterung der Bevölkerung und der zunehmenden Verbreitung von Diabetes deutlich ansteigen. Der Goldstandard für die Behandlung der diabetischen Retinopathie und der altersbedingten Makuladegeneration sind wiederholte intravitreale Injektionen direkt ins Auge. Diese Injektionen sind nicht zwar wirksam, aber auch invasiv und teuer, weshalb sie eine erhebliche Belastung für Patienten, Gesundheitssysteme und Ärzte darstellen. „Oral verabreichte Arzneimittel könnten eine einfach anzuwendende, weniger invasive und akzeptablere Alternative zu den derzeit zur Behandlung dieser Krankheiten verwendeten Injektionen bieten“, sagt Krisztián Kovács, Hauptforscher der Translationalen Netzhautforschungsgruppe(öffnet in neuem Fenster) an der Semmelweis Universität(öffnet in neuem Fenster). Das EU-finanzierte Projekt NeoVasculoStop(öffnet in neuem Fenster) leitet die Initiative zur Entwicklung einer solchen Alternative.

Eine vielversprechende neue Klasse pharmazeutischer Wirkstoffe

Das vom Europäischen Innovationsrat(öffnet in neuem Fenster) (EIC) unterstützte Projekt entwarf, synthetisierte und testete eine neue Klasse pharmazeutischer Wirkstoffe, die in einem oral verabreichten Arzneimittel verwendet werden könnten. Zu diesen Inhaltsstoffen gehören 25 Moleküle, die in der Lage sind, sich lichtabhängig an ihren Rezeptor zu binden. „Es zeigte sich, dass unsere neu entwickelte Klasse pharmazeutischer Wirkstoffe einen starken Zusammenhang zwischen chemischer Struktur und Bioaktivität aufweist, und die Moleküle erwiesen sich sowohl in biochemischen Assays als auch in zellulären Systemen als wirksam“, erklärt Kovács, der als Projektkoordinator fungierte. Ein Leitmolekül wurde an Nagetieren und Kaninchen getestet, und ein Folgemolekül an Nagetieren. Laut Kovács wurden in In-vivo-Versuchen mit sehr niedrigen Dosen beider Moleküle besonders vielversprechende Ergebnisse erzielt. „Eine der bemerkenswertesten Errungenschaften des Projekts ist, dass diese In-vivo-Ergebnisse bei derart niedrigen Dosen erzielt wurden, was eine solide Grundlage für die weitere Entwicklung bildet“, erklärt er. Das Projekt bestätigte zudem die lichtinduzierte Steigerung der Inhibitorwirkung sowie die idealen strukturellen Eigenschaften für die Photoaktivierung von Oxindol-Derivaten durch sichtbares Licht. Die Innovationen des Projekts wurden von der Plattform Innovation Radar der Europäischen Kommission(öffnet in neuem Fenster) bewertet, welche die Projektpartner Semmelweis Universität und Vichem(öffnet in neuem Fenster) als „Schlüsselinnovatoren“ identifizierte.

Eine patientenfreundliche Behandlung bei schwerwiegenden Netzhauterkrankungen

Mit der Entwicklung einer neuen Klasse photoaktivierbarer Moleküle hat das Projekt NeoVasculoStop den Grundstein für eine injektionsfreie und damit patientenfreundliche Behandlungsmethode für diabetische Retinopathie und altersbedingte Makuladegeneration gelegt. „Wir haben nicht nur eine vielversprechende neue molekulare Plattform zur Behandlung schwerer Netzhauterkrankungen geschaffen, sondern auch eine Pipeline neuartiger Moleküle generiert, Leit- und Folgeverbindungen identifiziert sowie präklinische Belege zur Unterstützung der weiteren Entwicklung geliefert“, schließt Kovács. Mit dem Ziel, die klinische Entwicklung seines Leitwirkstoffs voranzutreiben, beantragt das Projekt derzeit eine Förderung im Rahmen des Programms EIC Transition(öffnet in neuem Fenster), organisiert eine Produktion gemäß den Richtlinien der Guten Herstellungspraxis(öffnet in neuem Fenster) (Good Manufacturing Practice, GMP) und führt Sicherheitsstudien durch. Darüber hinaus legt es die Struktur und die Ziele einer geplanten ersten klinischen Studie am Menschen fest. Die neue Molekülfamilie wurde nun patentiert.

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