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Zukunftsweisendes europaweites Screening zur Typ-1-Diabetes-Früherkennung

Das Team des Projekts EDENT1FI ist bereits auf halbem Wege zu seinem Ziel, den schweren Ausbruch von Typ-1-Diabetes bei über 200 000 Kindern und Jugendlichen zu verhindern.

Das EU-finanzierte Projekt EDENT1FI(öffnet in neuem Fenster) wurde 2023 ins Leben gerufen, um ein Screening und eine Überwachung von Typ-1-Diabetes in der Allgemeinbevölkerung in Europa einzuführen, wobei die Früherkennung bei Kindern und Jugendlichen den Schwerpunkt bildet. Nach Ablauf der Hälfte der Projektlaufzeit hat das Team von EDENT1FI bereits europaweit 100 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfolgreich untersucht und plant, bis zum Ende der Projektlaufzeit weitere 120 000 Personen zu gewinnen. Für Typ-1-Diabetes gibt es keine Heilung. Bei dieser Autoimmunerkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse wenig oder gar kein Insulin, sodass lebenslang eine Insulintherapie erforderlich ist. Weltweit sind etwa neun Millionen Menschen betroffen, darunter 300 000 Kinder in Europa. Tatsächlich stellt Typ-1-Diabetes die häufigste Form von Diabetes bei Kindern und Jugendlichen dar, wobei jährlich auf dem gesamten Kontinent schätzungsweise 31 000 neue Fälle diagnostiziert werden. Da mit einem einfachen Bluttest die Krankheit lange vor dem Auftreten von Symptomen zu erkennen ist und damit die Chance besteht, rechtzeitig einzugreifen und die Lage für die Betroffenen zu verbessern, werden im Rahmen von EDENT1FI Maßnahmen ergriffen, um Typ-1-Diabetes in frühen Stadien zu stoppen.

Neue Horizonte in der Früherkennung

Das Projekt baut auf den Erfolgen der Fr1da-Studie(öffnet in neuem Fenster) auf, die in Deutschland Pionierarbeit beim Screening auf Typ-1-Diabetes im Frühstadium geleistet hat. Das Team von EDENT1FI hat bisher neue Screening-Programme in Polen, Portugal und der Tschechischen Republik gestartet sowie bereits existierende Initiativen in Dänemark, Deutschland, Italien, Schweden und im Vereinigten Königreich verstärkt. „Obwohl es anfangs unsicher war, ob die in Deutschland im Rahmen der Fr1da-Studie entwickelten Screening-Prinzipien auch in Regionen mit völlig anderen Gesundheitssystemen mit Erfolg angewendet werden können, haben sich diese Programme bereits als sehr erfolgreich erwiesen“, erklärt Anette-Gabriele Ziegler, wissenschaftlicher Leiterin von Fr1da und Direktorin des Instituts für Diabetesforschung beim Projektpartner Helmholtz Zentrum München, in einer „EurekAlert!“-Pressemeldung(öffnet in neuem Fenster). „Der Erfolg von EDENT1FI beweist, dass das Screening auf Typ-1-Diabetes im Frühstadium europaweit wirksam umgesetzt werden kann.“ Das Screening fand in verschiedenen Bereichen statt, etwa in der primären Gesundheitsversorgung, im Krankenhaus, in Schulen und zu Hause. Dennoch ist es dem Team von EDENT1FI gelungen, die Normen für den Antikörpernachweis und die Daten zu harmonisieren. Durch die Einführung zentraler Labors und strenger Qualitätskontrollen konnten im Rahmen des Projekts über 100 000 Kinder untersucht werden; somit monatlich 6 500. „Die Ausweitung der Vorsorgeprogramme auf andere europäische Länder wird noch mehr Kinder vor den schwerwiegenden Stoffwechselstörungen schützen, die mit einer späteren Diabetesdiagnose einhergehen“, erklärt Peter Achenbach, stellvertretender Direktor des Instituts für Diabetesforschung am Helmholtz Zentrum München und mitwirkend an Fr1da und EDENT1FI in Deutschland. Das Programm, das nur wenige Tropfen Blut erfordert, bietet den Familien Beratung und kontinuierliche Unterstützung. Erkannte Kinder werden engmaschig überwacht und erhalten Zugang zu frühzeitigen Maßnahmen, sodass die Familien in die Lage versetzt werden, mit der Krankheit umzugehen, und ein unerwarteter klinischer Ausbruch vermieden wird. „100 000 Kinder untersucht zu haben, ist ein wichtiger Schritt für die Frühdiagnose von Typ-1-Diabetes“, erklärt Chantal Mathieu, Professorin an der medizinischen Fakultät der KU Leuven, Belgien, an der das Projekt EDENT1FI koordiniert wurde. Mit EDENT1FI wird darauf abgezielt, 220 000 Kinder in ganz Europa zu untersuchen, um präsymptomatische Fälle zu ermitteln. Mathieu stellt fest: „Mit den kürzlich zugelassenen und zukünftigen krankheitsmodifizierenden Therapien wird eine frühere Diagnose bei Kindern noch wichtiger. Dieser Meilenstein zeigt, wie durch Zusammenarbeit die Zukunft der Versorgung bei Typ-1-Diabetes neu gestaltet wird.“ Um diese Bemühungen zu unterstützen, wurde innerhalb von EDENT1FI (European action for the Diagnosis of Early Non-clinical Type 1 diabetes For disease Interception) kürzlich die Website „It’s in Your Hands“(öffnet in neuem Fenster) eingerichtet. Die Plattform bietet verständliche Informationen über Typ-1-Diabetes im Frühstadium und europaweite Screening-Initiativen sowie Materialien zur Unterstützung von Familien, Angehörigen der Gesundheitsberufe und Verantwortlichen der Politik, in denen der entscheidende Wert des Screenings bei Kindern hervorgehoben wird. Weitere Informationen: EDENT1FI-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)

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