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Co-creating Behavioural Change Towards Climate-Smart Food Systems

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Faire Geschäftsmodelle und politische Maßnahmen fördern einen kollektiven Verhaltenswandel hin zu einer klimafreundlichen Landwirtschaft

Gemeinsam entwickelte faire Geschäftsmodelle und politische Maßnahmen, die eine gerechte Verteilung von Kosten und Nutzen gewährleisten, könnten der wirksamste Hebel sein, um den Übergang zu einer klimafreundlichen Landwirtschaft zu beflügeln.

Die Agrarsysteme befinden sich in einer Nachhaltigkeitskrise, die durch verschiedene Herausforderungen wie die wachsende Weltbevölkerung, den Klimawandel und die Umweltzerstörung ausgelöst wurde. Verfahren im Bereich der klimafreundlichen Landwirtschaft (Climate-Smart Agriculture, CSA) für eine höhere Produktivität, stärkere Resilienz sowie Förderung der Klimaneutralität und ökologischen Nachhaltigkeit sind eine vielversprechende Lösung. Trotz jahrelanger finanzieller Anreize und technologischer Innovationen bleibt die Einführung nachhaltigerer Verfahrensweisen jedoch nach wie vor hinter den angestrebten Zielen zurück. Das EU-finanzierte Projekt BEATLES(öffnet in neuem Fenster) möchte die Faktoren identifizieren, die eine Verhaltensänderung hin zu einer klimafreundlichen Landwirtschaft beeinflussen, und Verhaltensinterventionen, Geschäftsmodelle sowie politische Maßnahmen entwickeln, um einen solchen Übergang zu erleichtern.

Lock-in-Faktoren und Hebel in fünf europäischen Ernährungssystemen

Das BEATLES-Projekt untersuchte fünf Ernährungssysteme, die sich auf die wichtigen europäischen Sektoren für den Pflanzenanbau und die Viehzucht erstrecken: die Bio-Milchwirtschaft in Deutschland, die Schweinezucht in Dänemark, der Bio-Äpfelanbau in Spanien, der Weizenanbau in Litauen sowie der Zwiebel- und Kartoffelanbau in den Niederlanden. In allen fünf Systemen traten ähnliche Hindernisse für den Wandel zutage: begrenzte Bildung, hohe Anfangskosten und landwirtschaftsbetriebliche Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Nutzen, Desinteresse der Verbraucherschaft an CSA-Produkten, eingeschränkter Zugang zu Märkten und Technologien sowie fragmentierte und umständliche Politik. „Das größte Hindernis war jedoch ein Mangel an Zusammenarbeit und Risikoteilung entlang der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft“, sagt Projektkoordinator Spyros Fountas von der landwirtschaftlichen Universität Athen, AUA(öffnet in neuem Fenster). Eine der auffälligsten Erkenntnisse lautete, dass sowohl Landwirtschaftsbetriebe als auch die Verbraucherschaft der Meinung waren, sie trügen mehr zu den Zielen im Bereich von Umweltschutz und Wohlbefinden der Tiere bei als andere Beteiligte der Wertschöpfungskette. Das Konsortium zeigte verschiedene Wege auf, um Verhaltensänderungen anzustoßen. Finanzielle Anreize sind nach wie vor erforderlich, reichen aber nicht aus. „Die Einbindung der Landwirtschaftsbetriebe in die gemeinsame Entwicklung von Lösungen steigerte ihre Bereitschaft zur Anwendung von CSA-Verfahrensweisen. Unter der Verbraucherschaft förderte die Sensibilisierung für die Produktionsmethoden die Bereitschaft, einen Aufpreis zu zahlen, obwohl das Misstrauen gegenüber CSA-Produktkennzeichnungen ein wesentliches Hindernis blieb“, bemerkt BEATLES-Projektleiterin Marilena Gemtou, ebenfalls von der AUA. Beratungsdienste sollten vermehrt über eine technische Anleitung hinausgehen, da sich zwischenmenschliche, praxisorientierte Co-Creation-Ansätze als am wirksamsten erwiesen haben.

Nachhaltigkeitsbewertungen unterstreichen den Bedarf fairer Geschäftsmodelle

Im Rahmen des Projekts wurden die Auswirkungen von 25 CSA-Verfahrensweisen auf die ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit in den Fallstudienregionen bewertet. Dabei wurden erhebliche Kompromisse offenbar – ein ökologisch effizientes Verfahren erwies sich in wirtschaftlicher oder sozialer Weise oftmals weniger sinnvoll. Erneuerbare Energie und Präzisionslandwirtschaft gingen beispielsweise mit klaren ökologischen Nutzen einher – geringere Emissionen, bessere Ressourceneffizienz und weniger Umweltverschmutzung –, doch die langfristigen wirtschaftlichen Nutzen waren häufig durch hohe Kapitalkosten eingeschränkt. Maßgeschneiderte Ansätze, die lokale Gegebenheiten und spezifische landwirtschaftsbetriebliche Verhaltensprofile berücksichtigen, und gleichzeitig die Kosten und Nutzen gerecht verteilen, sind unerlässlich. BEATLES entwickelte Geschäftsmodelle(öffnet in neuem Fenster) auf der Basis von Fairness und Gerechtigkeit, die sich auf vier etablierte Dimensionen stützen: Verteilung von Ressourcen, Erträge und Risiken; transparente Entscheidungsfindungsverfahren; Zugang zu richtigen Informationen; sowie Umgang mit Interessengruppen.

Faire politische Gestaltung und Umsetzung

BEATLES stellte fest, dass bestehende politische Rahmen vor allem die Verteilungsgerechtigkeit durch Einkommensunterstützung und Umverteilungsmechanismen angehen, während verfahrenstechnische, informationsbezogene und zwischenmenschliche Dimensionen nach wie vor unterentwickelt sind. „Die Verankerung von Fairness in all diesen Dimensionen als ausdrückliches, messbares Kriterium über die gesamte politische Gestaltung, Umsetzung und Bewertung ist eine zentrale Empfehlung des Projekts“, erklärt Fountas. „So wie faire Geschäftsmodelle dafür sorgten, dass der geschöpfte, erwirtschaftete und erbrachte Wert gerecht unter den Interessengruppen entlang der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft verteilt wurde, stärkte die faire Gestaltung und Umsetzung politischer Maßnahmen das Vertrauen der Landwirtschaftsbetriebe in öffentlich-rechtliche Einrichtungen und ihre Akzeptanz von politischen Maßnahmen“, fügt Gemtou hinzu. BEATLES hat gezeigt, dass die gemeinsame Entwicklung von Lösungen, Maßnahmen und Strategien zur Förderung von Fairness entscheidend für Verhaltensänderungen und die Einführung von CSA sein wird. Ein politischer Instrumentenkasten für die Diagnose, Gestaltung und Überwachung steht kostenlos unter www.climatesmartagri.eu zur Verfügung.

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