IV - Wandel in der Aquakultur unterstützen
In den vorangegangenen Kapiteln konnten wir sehen, wie in EU-finanzierten Forschungsinitiativen innovative Lösungen für einen produktiveren und nachhaltigeren Aquakultursektor im Entstehen begriffen sind. Eine wettbewerbsfähige, resiliente und klimaneutrale europäische Aquakultur erfordert jedoch auch Fertigkeiten, Koordination und die Anpassung an den Klimawandel. Über Horizont, EMFAF und LIFE unterstützte Projekte tragen zum Erreichen dieses Ziels bei.
Für die Zukunft planen
Beispiel dafür ist OCCAM, ein Projekt, das sich der Entwicklung einfacher, skalierbarer Lösungen zur Verringerung der Auswirkungen der Aquakultur auf die Umwelt widmet. Diese Lösungen erstrecken sich von Leitlinien zur Bewertung von CO₂-Emissionen bis hin zu artspezifischen Produktionsmethoden. Während sich das Team von OCCAM auf die Minderung konzentriert, befasst sich die Forschungsgruppe von ActFast mit der Anpassung an den Klimawandel. Das Projekt dient der Entwicklung eines Portfolio datengestützter Lösungen, darunter KI-basierte Überwachungswerkzeuge, mit denen die auf Aquakultur ausgerichteten Regionen Europas auf zukunftssichere Weise die Branche gegen den Klimawandel wappnen können.
Der Schlüssel liegt in der Koordination
Klimaneutralität lässt sich nicht im luftleeren Raum erreichen. Sie erfordert gleichermaßen Koordination, sowohl entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Aquakultur als auch mit anderen verwandten Sektoren. Der EU-Unterstützungsmechanismus für die Aquakultur ist als zentrale Anlaufstelle für den Sektor konzipiert, wobei er eine Reihe von Unterstützungs- und Lernmöglichkeiten bietet, die Mitgliedstaaten, Industrie und weitere Interessengruppen nutzen können, um einen nachhaltigeren Aquakultursektor in der EU zu realisieren. Die Koordinierung mit anderen Sektoren wird durch AquaWind unterstützt, ein Projekt, das dem Zweck dient, Fischzucht mit schwimmenden Windparks zu koppeln. Mit der gemeinsamen Nutzung von Ressourcen zielt dieses Mehrzweckprojekt darauf ab, dem Aquakultursektor und darüber hinaus ein breites Spektrum an wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Vorteilen zu bieten.
Die nächste Generation weiterbilden
Ein resilienter Aquakultursektor benötigt des Weiteren qualifizierte Arbeitskräfte. Deshalb werden im Rahmen von BlueAquaEdu zukünftigen Aquakulturfachkräften Kompetenzen und Weiterbildung vermittelt. Mit dem Ziel, Lernende und Studierende für eine Karriere in diesem Sektor zu begeistern, hat das Projektteam einige interaktive Spiele entwickelt, die den Spielenden sowohl die Fischzucht als auch spezifische, auf Nachhaltigkeit bezogene Fertigkeiten näherbringen. Somit stellt die EU Instrumente bereit, die dem Sektor Hilfestellung dabei leisten, sich an den Klimawandel anzupassen, sich mit anderen Aktiven abzustimmen und qualifizierte Arbeitskräfte zu beschaffen. Damit stärkt sie die Nachhaltigkeit und langfristige Tragfähigkeit des Aquakultursektors in Europa.