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Digitales Werkzeug für fairen, grünen und digitalen Wandel auf dem Arbeitsmarkt

Ein neues integriertes digitales Ökosystem bietet Verantwortlichen der Politik und Forschungsgruppen beispiellose Einblicke in die regionale Arbeitsmarktdynamik, die durch den grünen und digitalen Wandel in Europa vorangetrieben wird.

Europas grüner und digitaler Wandel verändert die Art der von Menschen verrichteten Arbeit, die Fertigkeiten, die sie benötigen, und die Chancen, die sich in den verschiedenen Regionen bieten. Um diese Veränderungen besser zu verstehen und eine evidenzbasierte Politik zu unterstützen, entwickelte das Team des EU-finanzierten Projekts ISABEL(öffnet in neuem Fenster) ein Set digitaler Werkzeuge, die Forschungsgruppen und Verantwortlichen der Politik dabei helfen, sicherzustellen, dass die Transformation der regionalen Arbeitsmärkte sozial gerecht, geografisch ausgewogen und wirtschaftlich nachhaltig verläuft. Das Projekt wurde 2025 ins Leben gerufen, um zu untersuchen, wie europaweit durch den grünen und digitalen Wandel die Beschäftigung neu gestaltet wird. Ein Jahr später, nach Abschluss der konzeptionellen und methodischen Forschungsarbeiten, hat das Team von ISABEL die ersten Versionen seiner digitalen Forschungs- und Politikunterstützungswerkzeuge vorgelegt. Diese Werkzeuge werden dazu beitragen, wertvolle Informationen über den durch den Wandel bedingten Umbau der regionalen Arbeitsmärkte in Europa zu generieren.

Plattformen, Datenspeicher und Beobachtungsstellen

In der ersten Projektphase erarbeitete das Team ein mehrdimensionales konzeptionelles Rahmenkonzept, mit dem Industriezweige, Berufe und Qualifikationen ermittelt werden können, die durch den grünen und digitalen Wandel entweder erhöhten Risiken ausgesetzt sein oder neue Chancen erhalten dürften. Zudem wurden Forschungsmethoden und politische Ansätze überprüft, um ein besseres Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die Arbeitsmärkte verändern. Auf dieser wissenschaftlichen Grundlage sind nun erste Werkzeuge entstanden, die Teil des integrierten digitalen Forschungsökosystems von ISABEL sind. Ein wesentlicher Bestandteil ist die ISABEL-Plattform, eine nutzungsfreundliche digitale Umgebung, die Arbeitsmarktdaten, künstliche Intelligenz (KI), Dokumentenverarbeitung und Visualisierungsdienstleistungen vereint. „Die Plattform wurde unter Berücksichtigung von Transparenz und Datensicherheit konzipiert und ermöglicht es Forschungsgruppen und den für politische Entscheidungen Verantwortlichen, über eine einzige Umgebung auf Informationen zuzugreifen und diese zu analysieren, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Daten innerhalb der europäischen Forschungsinfrastruktur verbleiben“, heißt es in einer ISABEL-Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster). Die ISABEL-Plattform wird als zentrale Drehscheibe für den Zugriff auf alle Projektergebnisse dienen. Ein weiteres Werkzeug ist SNAP (Smart oNe-stop digitAl data shoP), eine frei zugängliche Forschungsumgebung, die Primär- und Sekundärdatensätze zu Arbeitsplätzen, Qualifikationen und sozioökonomischen Bedingungen in europäischen Regionen zusammenführt. Mit SNAP können Forscherinnen und Forscher wissenschaftliche Literatur durchsuchen, Daten analysieren und über benutzungsfreundliche Schnittstellen maßgeschneiderte Datensätze erstellen, wodurch regionale Arbeitsmarktanalysen in Echtzeit zustandekommen. Das Team von ISABEL hat zudem die erste Version von FAROROMO (FAir gReen transitiOn of Regional labOur Markets Observatory) veröffentlicht, seiner regionalen Beobachtungsstelle zur Nachverfolgung der Schaffung und des Abbaus von Arbeitsplätzen. Innerhalb von FAROROMO werden interaktive Karten, Dashboards und visuelle Analytik angewandt, um Nutzergruppen die Visualisierung regionaler Veränderungen in der europäischen Beschäftigung zu erleichtern und dabei die unterschiedlichen Auswirkungen des grünen und digitalen Wandels hervorzuheben. Zur Unterstützung dieser Werkzeuge wurde im Rahmen von ISABEL eine europäische Datenbank für regionale Arbeitsmärkte erstellt, die detailliertere Einblicke in die Umstrukturierung der Arbeitsmärkte als konventionelle Beschäftigungsstatistiken gewährt. Zudem hat das Team von ISABEL Webcrawler entwickelt, um Arbeitsmarktdaten automatisch aus Quellen wie Online-Stellenanzeigen, politischen Dokumenten und Patentdatenbanken zu erfassen.

Über die Werkzeugentwicklung hinaus

Im Zuge von ISABEL werden großangelegte Umfragen bei Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden in den sechs Reallaboren in Dänemark, Griechenland, Polen, Serbien, Spanien und im Vereinigten Königreich durchgeführt. Ziel ist es, den beruflichen Werdegang und berufliche Übergänge, Einstellungspraktiken sowie den sich wandelnden Qualifikationsbedarf zu prüfen. In der zweiten Projektphase wird das Team des Projekts ISABEL (mInimize coSts and mAximize Benefits in the transitionary European regional Labour markets) in diesen Reallaboren Interviews, Fokusgruppen, Workshops und Aktivitäten zur Kokreation durchführen, um die ISABEL-Plattform, SNAP, FAROROMO und den in Kürze erscheinenden Digital Policy Writer Assistant weiter zu optimieren und zu validieren. Sich aus Analysen ergebende Erkenntnisse, Prognosefunktionen und Dienstleistungen zur politischen Unterstützung werden schrittweise in die Plattform integriert. Diese Bemühungen werden dazu beitragen, ein noch breiter aufgestelltes Ökosystem zu schaffen, das den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzergruppen gerecht wird und europaweit praktische Unterstützung bei der Arbeitsmarktanalyse sowie einer evidenzbasierten, regionsspezifischen Politikgestaltung leistet. Weitere Informationen: ISABEL-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)