Genomik und andere neue Ansätze für eine kosteneffektive Überwachung der biologischen Vielfalt
Unverzichtbare Ökosystemdienstleistungen wie Bestäubung, Wasseraufbereitung, Bodenfruchtbarkeit, Krankheitsbekämpfung und Klimaregulierung sind auf gesunde Ökosystemen angewiesen. Europas reiche biologische Vielfalt, Lebensräume und Arten sind jedoch durch menschliche Aktivitäten und den Klimawandel bedroht. Diese Verschlechterung wirkt sich laut dem Umweltzustandsbericht 2025 der Europäischen Umweltagentur (EUA)(öffnet in neuem Fenster) auf unser Wohlergehen und unsere Volkswirtschaft aus. Die EU hat Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der biologischen Vielfalt und der Ökosystemdienstleistungen ergriffen, deren Ziele in der EU-Strategie zur biologischen Vielfalt für 2030 festgelegt sind. Auf globaler Ebene hat die COP15 zudem im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt den globalen Biodiversitätsrahmen von Kunming-Montreal(öffnet in neuem Fenster) verabschiedet, der Ziele für eine regelmäßige Überwachung festlegt. Auf EU-Ebene wurden mit der Implementierung des Fahrplans des grünen Deals konkrete Schritte unternommen, insbesondere durch die Verabschiedung der EU-Verordnung über die Wiederherstellung der Natur im Jahr 2024, die sich nun im Stadium der Umsetzung befindet. Zu weiteren wichtigen politischen und gesetzlichen EU-Maßnahmen zählen die Vogelschutz- und die Habitat-Richtlinie, die Wasserrahmenrichtlinie, die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie und die EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten. Naturgutschriften(öffnet in neuem Fenster) sollen in Zukunft mehr private Investitionen in naturfreundliche Maßnahmen fördern. Eine genaue Überwachung der biologischen Vielfalt ist der Schlüssel zur Bewertung der Wirksamkeit von Strategien und Maßnahmen in diesem Bereich, kann aber bei der Verwendung herkömmlicher Methoden relativ kostspielig sein. Alternative wirksame und erschwingliche Methoden, die auf neuen Technologien beruhen, sollen daher die Politik im Bereich der biologischen Vielfalt und naturförderliche Maßnahmen erheblich unterstützen. Dieses Results Pack stellt 12 ausgewählte Projekte vor, die im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizont Europa finanziert werden und dazu beitragen, die aktuellen Herausforderungen beim Schutz und der Wiederherstellung von Ökosystemen anzugehen. Die Projekte befassen sich mit der Ausgestaltung und Entwicklung innovativer Technologien und Konzepte für die Überwachung, Bewertung, Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme auf europäischer Ebene. Die in diesem Results Pack hervorgehobenen Projekte unterstützen die Datenerhebung und die Überwachung von Veränderungen der biologischen Vielfalt mittels Genomik und anderer fortschrittlicher Technologien. Dazu zählt eine Umwelt-DNS-Analyse, mit der gefährdete Wildtiere aufgespürt werden können, die sonst unbeobachtet blieben. Andere Technologien betreffen die Entwicklung digitaler Plattformen und Werkzeuge, den Einsatz künstlicher Intelligenz und die Erdbeobachtung. Manche Projekte ermöglichen zudem eine erste Bewertung der Kosteneffektivität und des Potenzials dieser neuen Technologien sowie Ansätze für eine leichtere politische Überwachung der biologischen Vielfalt in der EU. Diese Initiativen können durch die Bereitstellung unverzichtbarer Erkenntnisse über die wesentlichen Faktoren für die Verschlechterung von Ökosystemen eine völlig neue Erforschung und Betrachtung der biologischen Vielfalt ermöglichen und zu einer fundierten Politikgestaltung für den Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt und der Ökosysteme beitragen. Projekt BGE verwendete DNS-Barcoding zur Identifizierung von Arten und genomische Sequenzierung zur Entschlüsselung ganzer Genome von Museumsproben. TETTRIs erweiterte durch die Zusammenarbeit zwischen Citizen Science und Fachleuten das Fachwissen und die Kenntnisse im Bereich der Taxonomie. MARCO-BOLO entwickelte eine neue Überwachungstechnologie zur Verbesserung von Vorhersagemodellen für das Verständnis und die Wiederherstellung der Gesundheit der Meere. OBAMA-NEXT erstellte ein Instrumentarium zur präzisen Bewertung der biologischen Vielfalt von marinen Küstenökosystemen. BiOcean5D legte den Grundstein für eine umfassende 5D-Karte der Weltmeere. BioMonitor4CAP beschäftigte sich mit fortschrittlichen Systemen zur Überwachung der biologischen Vielfalt auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Biodiversa-plus unterstützt die qualitativ hochwertige Erforschung der biologischen Vielfalt, um ein harmonisiertes Netz zur Überwachung der biologischen Vielfalt in ganz Europa zu schaffen. MAMBO entwickelte und erprobte Tools zur Erfassung von Arten und zur Bewertung des Zustands von Lebensräumen. GUARDEN arbeitete an unterstützenden Anwendungen für die Entscheidungsfindung bei der Identifizierung von Arten und der Kartierung von Lebensräumen. NATURE-FIRST entwickelte digitale Werkzeuge für eine schnellere, intelligentere und vorausschauendere Kartierung der biologischen Vielfalt. Derweil untersuchte Safeguard den Schwund der Wildbestäuber und ermittelte die wirksamsten Maßnahmen zur Umkehrung ihres Rückgangs. Zu guter Letzt konstruierte BioDiMoBot einen biohybriden Roboter für die langfristige Überwachung von biologischer Vielfalt und Ökologie.