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Alliance for Family Integrated Care (FICare) Implementation in Neonatal Intensive Care Units

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Familienintegrierte Neugeborenenversorgung

Die Eltern in die Neonatalversorgung einzubeziehen, verändert die Behandlungsergebnisse bei gefährdeten Neugeborenen. Neuen Erkenntnissen zufolge sind Vorteile für die Säuglinge, die Familien und das Personal zu verzeichnen.

Frühgeburten stellen immer noch weltweit eine der Hauptursachen der Säuglingssterblichkeit sowie eine enorme Belastung für die Familien und die Gesundheitssysteme dar. Hochrisikon-Neugeborene müssen oft länger auf der Neonatalintensivstation bleiben, wo sowohl eine hohe klinische Komplexität herrscht als auch erhebliche emotionale Belastungen auftreten. Während traditionelle Betreuungsmodelle in erster Linie auf medizinische Maßnahmen ausgerichtet sind, weisen immer mehr Belege auf eine kritische Lücke hin: die mangelnde Einbindung der Eltern in die Versorgung.

Das FICare-Modell

Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts RISEinFAMILY(öffnet in neuem Fenster) wurde ein Konzept entwickelt, das auf familienintegrierter Versorgung (Family Integrated Care)(öffnet in neuem Fenster) (FICare) beruht und darauf abzielt, die Praxis der Neugeborenenversorgung weltweit neu zu definieren. FICare ist ein strukturiertes Modell, das die Eltern als aktive Mitglieder des Versorgungsteams der Neonatalintensivstation einbindet. Anstatt nur passiv zu beobachten, werden die Eltern geschult und unterstützt, sich an der täglichen Versorgung ihres Kindes zu beteiligen, wobei sie eng mit den Angehörigen der Gesundheitsberufe zusammenarbeiten. „FICare beinhaltet nicht nur eine Änderung des Protokolls, sondern einen kulturellen Wandel, demzufolge die Eltern zu Versorgenden werden und das klinische Personal eher eine beratende und vermittelnde Rolle übernimmt“, erklärt Projektkoordinatorin Adelina Pellicer. Das FICare-Modell hat nachweislich bessere Ergebnisse herbeigeführt, etwa höhere Gewichtszunahmen bei Säuglingen, höhere Stillraten und weniger im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Gleichzeitig erleben die Eltern weniger Stress, Angst und Depression und gehen eine stärkere Bindung zu ihrem Kind ein.

Vom Beweis zur Umsetzung

Ungeachtet der erwiesenen Vorteile gestaltet sich die verbreitete Umsetzung von FICare in verschiedenen Gesundheitssystemen problematisch. Das Team von RISEinFAMILY hat sich zum Ziel gesetzt, diese Einschränkung zu überwinden, indem der Frage nachgegangen wird, wie das Modell an verschiedene klinische, kulturelle und wirtschaftliche Kontexte angepasst(öffnet in neuem Fenster) werden kann. Im Rahmen des Projekts konnten die teilnehmenden Neonatalintensivstationen FICare mithilfe eines Prozesses der Ko-Kreation, des Wissensaustauschs und von Personalentsendungen auf ihr spezifisches Umfeld zuzuschneiden. „Wir haben es vermieden, ein starres Modell aufzudrängen, und uns stattdessen auf das gegenseitige Lernen konzentriert, sodass jeder Standort FICare an seine eigenen Gegebenheiten anpassen und gleichzeitig seine Kernprinzipien beibehalten konnte“, betont Pellicer. Wichtige Kontextfaktoren wie Infrastruktur, Personalausstattung und institutionelle Kultur fanden Berücksichtigung. Wichtig dabei ist, dass im Zuge des Projekts demonstriert wurde, dass eine schrittweise Integration in vorhandene Systeme in Verbindung mit starkem Engagement des Personals die nachhaltige Einführung fördern kann.

Einblicke aus Pilotstudien

In mehreren Ländern wurden Pilotstudien durchgeführt, an denen Hunderte Säuglinge, deren Eltern und Angehörige der Gesundheitsberufe teilnahmen. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich das Wohlbefinden der Eltern und ihr Selbstvertrauen in ihre Kompetenz als Eltern verbessert haben. Auch wenn einige Stressfaktoren, insbesondere im Zusammenhang mit dem Gesundheitszustand des Kindes, bestehen bleiben, nehmen die Erfahrungen insgesamt eine positive Wendung, wenn die Eltern stärker in die Versorgung einbezogen werden. Angehörige der Gesundheitsberufe berichten, dass sie der Beteiligung der Eltern im Allgemeinen befürwortend gegenüberstehen. Burnout bleibt ein komplexes Thema, das von organisatorischen und kulturellen Faktoren beeinflusst wird, aber FICare birgt zweifellos das Potenzial, die Beziehungen zwischen Fachkräften und Familien zu stärken und Spannungen am Arbeitsplatz abzubauen. Aus wirtschaftlicher Sicht deutet sich in ersten Analysen an, dass mit FICare der Ressourcenverbrauch reduziert und die Gesundheitskosten gesenkt(öffnet in neuem Fenster) werden können.

Nachhaltige Neonatalversorgung

Eine der wichtigsten Errungenschaften des Projekts ist die Entwicklung eines umfassenden Umsetzungsfahrplans, der durch eine Onlineplattform unterstützt wird, auf der sowohl für Fachkräfte als auch für Familien Weiterbildung und Ressourcen bereitgestellt werden. Diese digitale Drehscheibe gewährleistet, dass das projektintern erworbene Wissen über die Projektdauer hinaus zugänglich und im Maßstab erweiterbar bleibt. Mit dem Blick in die Zukunft konzentriert sich das Konsortium auf den Abschluss von Pilotanalysen und die Unterstützung der Integration von FICare in die allgemeinen Krankenhausrichtlinien. „Unser Wunsch ist, dass FICare zur Regelversorgung und nicht zur Ausnahme wird, damit Familien überall eine zentrale Rolle in der Versorgung ihrer Neugeborenen einnehmen können“, bekräftigt Pellicer abschließend.

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