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Pre-commercial procurement for integrated CARE solutions addressing the Multimorbidity mATRIX in ageing populations

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Digitale Lösungen für ganzheitliche Versorgung bei Multimorbidität

Europas alternde Bevölkerung bedeutet, dass es immer mehr Patientinnen und Patienten mit komplexen Bedürfnissen gibt. Zwei marktreife digitale Plattformen, die im Rahmen des EU-finanzierten Projekts Carematrix PCP mitentwickelt wurden, unterstützten in drei Ländern in realen Einrichtungen des Gesundheitswesens die koordinierte Versorgung.

Europas fragmentierte Gesundheitsversorgung führt häufig zu Datenlücken, ineffizienter Ressourcennutzung, höheren Kosten und uneinheitlichen Erfahrungen der Patientinnen und Patienten. Diese Herausforderungen nehmen bei Menschen mit mehreren Krankheiten noch zu, da sich klinische Fachrichtungen auf Einzelprobleme konzentrieren, was zu Doppelversorgung sowie verpassten Behandlungs- und Diagnosemöglichkeiten führen kann. „Bis zu 65 % der über 65-Jährigen leiden an zwei oder mehr langfristigen Erkrankungen, wobei Menschen aus benachteiligten Gebieten höheren Risiken ausgesetzt sind, aber weniger Zugang zur Versorgung erhalten“, erläutert Fred Kjellson, Projektkoordinator von Carematrix PCP(öffnet in neuem Fenster). „Chronische Krankheiten kosten die EU jährlich über 700 Milliarden EUR. Im Baskenland wohnen 2,2 Millionen Menschen, wobei beispielsweise auf 25 000 von ihnen ein Drittel und auf 75 000 von ihnen die Hälfte der Gesundheitsausgaben entfallen – und die meisten von ihnen sind mehrfach erkrankt.“ Die beiden im Zuge von Carematrix PCP mitentwickelten digitalen Lösungen tragen dazu bei, die Patientenversorgung integrierter und effizienter zu gestalten.

Lösungen, die sich am Bedarf und nicht an der Technologie orientieren

Carematrix PCP war ein Projekt mit vorkommerzieller Beschaffung, das den Markt dazu aufforderte, Lösungen für ungedeckte Gesundheitsbedarfe zu entwickeln, und gleichzeitig das Entwicklungsrisiko reduzierte, da sich die Kaufwilligen an den Kosten für Forschung und Entwicklung im Frühstadium beteiligen. „Die Unternehmen profitieren von der Entwicklung hochwertiger Lösungen für die potenzielle Kundschaft im Gesundheitswesen“, sagt Kjellson von Innovation Skåne(öffnet in neuem Fenster) in Schweden, wo das Projekt angesiedelt ist. Die Einbindung von Interessengruppen aus mehreren Ländern sowie eine formelle offene Marktkonsultation(öffnet in neuem Fenster) mündeten in der Untersuchung von fünf Anwendungsfällen: Früherkennung von Multimorbiditätsrisiken, interdisziplinäre Zusammenarbeit, personalisierte Versorgung, Versorgungskontinuität sowie Beteiligung von Betroffenen und Versorgungsfachkräften. In drei Phasen wurden Lösungen entwickelt, die sich an Patientinnen und Patienten, klinisches Personal und Versorgungsfachkräfte richten. Neun Anbieter nahmen an der ersten Phase (Konzeption), fünf an der zweiten Phase (Prototypentwicklung) und zwei an der dritten Phase teil, in der zwei digitale Lösungen demonstriert wurden. Nach der frühzeitigen Erkennung von Multimorbiditätsrisiken bietet die Lösung INCA(öffnet in neuem Fenster) gemeinsame Versorgungspläne (zugänglich über eine App), die von der Analyse elektronischer Gesundheitsaufzeichnungen (EHR) und patientengenerierter Daten durch künstliche Intelligenz (KI) profitieren. Das Klinikpersonal wird durch maßgeschneiderte klinische Leitlinien und die Betroffenen werden durch Gamifizierungsverfahren unterstützt, um die Compliance zu fördern. Multimorbidität wird als Koordinationsherausforderung betrachtet, die sich über verschiedene Krankheiten und Umgebungen erstreckt. Dazu wird auf der Plattform HOPE-CMX(öffnet in neuem Fenster) KI-gestützte Mustererkennung zur frühzeitigen Risikoerkennung genutzt und es werden gemeinsam Versorgungspläne entwickelt, die über eine App für die Patientinnen und Patienten sowie über eine Webanwendung für das Klinikpersonal zugänglich sind. Zusätzliche Funktionen sind ein sicherer Chat, eine digitale Bibliothek und eine grafische Visualisierung. „Stellen Sie sich eine ältere Person vor, die wegen Diabetes, einer Herzerkrankung und Depression zu verschiedenen Fachärztinnen geht. Diese Plattformen verbinden die Punkte der ganzheitlichen Versorgung, wobei die Ärztinnen und Ärzte gewarnt werden, wenn sich das kombinierte Risikoprofil einer Person verschlechtert oder Behandlungen in Konflikt geraten, während sie den Fachkräften der Gesundheitsversorgung einen Überblick über die Situation der betroffenen Person über verschiedene Einrichtungen hinweg verschaffen“, fügt Kjellson hinzu.

Praxis, Beschaffung und Strategien für Wandel im großen Umfang

An den persönlichen Tests beider Lösungen nahmen 150 Personen in Norwegen, Spanien und Schweden teil, darunter 64 Patientinnen und Patienten, 70 klinische Fachkräfte und 16 nächste Angehörige. Die Ergebnisse der beiden Lösungen aus der Frühphase der Forschung waren ermutigend und übertrafen die Standardanforderungen an die Benutzungsfreundlichkeit. „Die Angehörigen der Gesundheitsberufe hoben die Effizienz hervor, die sich daraus ergibt, dass alle Informationen in einem einzigen System gespeichert sind, während die Betroffenen und Angehörigen vor allem die verbesserte Kommunikation, Anleitung und Kontinuität der Versorgung schätzen. Eine betroffene Person äußerte dazu: ‚Es ist ein Schritt in die richtige Richtung hin zu einer patientenzentrierten Versorgung‘ und ‚Ich fühle mich nicht mehr wie ein Körperteil!‘“ berichtet Kjellson. Im Rahmen von Carematrix PCP werden vorkommerzielle Beschaffungen als Innovationsmotoren hervorgehoben, was auch im Draghi-Bericht über die Wettbewerbsfähigkeit der EU(öffnet in neuem Fenster) betont wird. Die Projektarbeit unterstützt darüber hinaus weitere EU-Ziele, darunter den Europäischen Gesundheitsdatenraum(öffnet in neuem Fenster), der die Interoperabilität von Daten in verschiedenen Bereichen der Gesundheitsversorgung voranbringt. Das Team von Carematrix PCP hat eine Reihe von politischen Empfehlungen ausgesprochen, insbesondere in Form des Weißbuchs 2CARE4EU(öffnet in neuem Fenster). Dazu zählen die Intensivierung öffentlich-privater Kofinanzierungspartnerschaften, die Verringerung des Verwaltungsaufwands, die Vereinfachung ethischer und regulatorischer Zulassungen sowie die finanzielle Unterstützung nach Projektende.

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