Skip to main content
Weiter zur Homepage der Europäischen Kommission (öffnet in neuem Fenster)
Deutsch de
CORDIS - Forschungsergebnisse der EU
CORDIS
InnovaTIve care services, enhanced with technology, to deliver QUick rEsponses for individuals with advanced heart failure and complex care needs through integrated care

Article Category

Article available in the following languages:

Integrierte Versorgung zur Prävention von Krankenhausaufenthalten bei Herzinsuffizienz

Herzerkrankungen sind eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen in Europa. Dank künstlicher Intelligenz und intelligenter Überwachungssysteme, die mit Unterstützung durch das EU-finanzierte TIQUE-Projekt entwickelt wurden, soll das Risiko für Krankenhausaufenthalte bei Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz sinken.

Herzinsuffizienz (HF) ist nach wie vor die häufigste Ursache für Krankenhausaufenthalte bei Menschen über 65 Jahren. Mehr als 15 Millionen Menschen in Europa leben mit dieser Erkrankung, die eine erhebliche Belastung für die Lebensqualität der Patientenschaft und die europäischen Gesundheitssysteme darstellt. Die Behandlung gestaltet sich komplex und kann bei unzureichender Gesundheitsversorgung weitere Krankenhausaufenthalte nach sich ziehen. Die Prävention solcher vermeidbaren Krankenhausaufenthalte ist nach wie vor eine der größten Herausforderungen in der heutigen Gesundheitsversorgung von HF. „Das HF-Management ist besonders komplex, weil die Patientinnen und Patienten oft mehrere Medikamente benötigen, die im Laufe der Zeit sorgfältig titriert werden müssen“, sagt Mireia Puig, Leiterin des Notfalldienstes am Krankenhaus des Heiligen Kreuzes und Heiligen Paulus(öffnet in neuem Fenster) in Barcelona, Spanien. „Die Überwachung der Patientenschaft nach der Entlassung aus der Klinik ist entscheidend für die Anpassung der Medikation an den tatsächlichen individuellen Bedarf und für die Verbesserung der Therapietreue.“ Im Rahmen des EU-finanzierten Projekts TIQUE(öffnet in neuem Fenster) brachte ein Konsortium von öffentlichen Gesundheitsdienstleistern die Entwicklung innovativer Lösungen voran, indem es Anbieter dazu herausforderte, einen gemeinsamen klinischen Bedarf im Bereich der Versorgung zu Hause anzugehen. Im Rahmen eines wettbewerbsorientierten F&E-Verfahrens wurden zwei verschiedene integrierte Systeme – TIQUE-V und Plat4TIQUE – entwickelt und erprobt. Diese kombinieren jeweils flexible Versorgungswege, intelligente Überwachungsgeräte für zu Hause und künstliche Intelligenz (KI), um eine mögliche Verschlechterung des klinischen Zustands vorherzusehen. „Durch die frühzeitige Erkennung und das rechtzeitige Eingreifen hat dieser integrierte Ansatz das Potenzial, vermeidbare Krankenhausaufenthalte zu reduzieren, die Ergebnisse für die Patientenschaft zu verbessern und die Nutzung der Gesundheitsressourcen zu optimieren“, erklärt Puig, die bei TIQUE als Hauptforscherin fungierte.

Intelligente Versorgungsmodelle entwickeln

Die Lösungen von TIQUE integrieren Versorgungswege, die eine kontinuierliche Überwachung mit einer strukturierten Nachsorge durch ein virtuelles Versorgungszentrum verbinden. Dieses Modell führt engagierte Fachleute zusammen, die in enger Abstimmung mit klinischem Personal agieren und von einer digitalen Plattform unterstützt werden, die KI-basierte Modelle für die Analyse des individuellen Gesundheitszustands und für die frühzeitige Erkennung von Anzeichen einer Verschlechterung einbinden. An drei Standorten wurden Pilotprojekte unter realen Bedingungen durchgeführt: Am Krankenhaus von St. Paul, am Krankenhaus ASL Avellino in Italien und in der Region Västerbotten in Schweden. Die beiden neuen Lösungen des Projekts wurden sowohl in Point-of-Care- als auch in klinischen Umgebungen erprobt. „Beide Lösungen haben unter realen Bedingungen bewiesen, dass sie das integrierte Versorgungsmodell von TIQUE umsetzen können, und wertvolle Erkenntnisse für die nächste Phase des Projekts geliefert“, sagt Caterina Sampol, die Koordinatorin des Projekts.

Eine Blaupause für die HF-Behandlung in ganz Europa

Eines der wichtigsten Ergebnisse war die Entwicklung eines vollständig integrierten, an der Patientenschaft orientierten Versorgungsmodells, das klinische, technologische und organisatorische Innovationen kombiniert. „Das Projekt hat gezeigt, dass die Fernüberwachung eine frühzeitige Erkennung von Dekompensationen ermöglicht, was die Grundlage für eine proaktivere Gesundheitsversorgung bildet und die Wahrscheinlichkeit unnötiger Krankenhausaufenthalte verringert“, erklärt Sampol, Beschaffungsmanagerin am Krankenhaus des Heiligen Kreuzes und Heiligen Paulus. Die Pilotstandorte zeigten nachweisliche Verbesserungen bei der Koordination der Gesundheitsversorgung und der multidisziplinären Zusammenarbeit, bei der Sichtbarkeit des individuellen Gesundheitszustands für die Ärzteschaft und bei der Einbindung der Patientenschaft in das Selbstmanagement. TIQUE resultierte in der Entwicklung einer „Blaupause“ für HF, welche von anderen regionalen Gesundheitssystemen in ganz Europa übernommen werden kann, und welche die erforderlichen technologischen Komponenten, Versorgungswege und Governance-Modelle für eine wirksame Umsetzung umfasst.

Ein weitreichender Wandel im europäischen Gesundheitswesen

Das Projekt trägt zu einem Wandel der europäischen Gesundheitssysteme von einer reaktiven, krankenhausorientierten Versorgung hin zu proaktiven, häuslichen und an der Patientenschaft orientierten Modellen bei. „Die entwickelten Lösungen sind nicht auf HF beschränkt und könnten auf andere chronische Erkrankungen mit ähnlichen Herausforderungen wie etwa COPD oder Diabetes ausgeweitet werden“, fügt Mireia Mei Torrecillas, die Biomedizintechnikerin des TIQUE-Überwachungsteams, hinzu. Beide Lösungen befinden sich auf dem Weg zur Kommerzialisierung. TIQUE-V wird derzeit auf mehreren europäischen Märkten eingesetzt, während Plat4TIQUE in den nächsten zwei Jahren auf die Zulassung zusteuert. Ein Plat4TIQUE-Pilotvorhaben in Avellino soll ausgeweitet werden, um die Evidenzbasis zu stärken.

Entdecken Sie Artikel in demselben Anwendungsbereich

Mein Booklet 0 0