Einen schnelleren emissionsfreien Seeverkehr zwischen Oslo und Rotterdam und weltweit erreichen
Der Übergang zu einem emissionsfreien Kurzstreckenseeverkehr hat einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Das EU-finanzierte Projekt HyShip(öffnet in neuem Fenster) begrüßt die SeaShuttle-Containerschiffe als seine neuen Demonstrationsfahrzeuge für die Erprobung in der realen Welt. Mit Unterstützung durch die Partnerschaft für sauberen Wasserstoff(öffnet in neuem Fenster) widmet sich das Projekt einer der hartnäckigsten Herausforderungen im Schifffahrtssektor: der Schaffung eines durchgängigen Ökosystems für flüssigen Wasserstoff, das die Brennstofferzeugung, die Hafeninfrastruktur und den Schiffsbetrieb miteinander verbindet. Durch die Verknüpfung fortgeschrittener bordeigener Wasserstoffspeichersysteme mit der Bunkerinfrastruktur am Kai geht HyShip über isolierte Versuche hinaus und etabliert einen vollständig betriebsfähigen Korridor zwischen Oslo und Rotterdam. Diese Integration ebnet den Weg für eine weiter gefasste Einführung des wasserstoffbetriebenen Seeverkehrs auf dem gesamten Kontinent.
Vom Konzept zum kommerziellen Einsatz
Im Mittelpunkt dieser Initiative stehen zwei wasserstoffbetriebene SeaShuttle-Wasserfahrzeuge, die derzeit vom HyShip-Partner Samskip in den Niederlanden gebaut werden. Das erste Wasserfahrzeug soll im zweiten Quartal 2027 in Dienst gestellt werden. Im Gegensatz zu vielen Forschungsprototypen sind diese Schiffe von Anfang an für den kommerziellen Frachtbetrieb ausgelegt, um containerisierte Ladung bei gleichzeitiger Senkung der CO2-Emissionen zu befördern. Insgesamt werden die beiden Wasserfahrzeuge durch 32 FCwaveTM-Brennstoffzellenmotoren mit 200 kW von Ballard angetrieben, die zusammen 6,4 MW emissionsfreie Leistung liefern. Beim Betrieb mit grünem Wasserstoff wird jedes Schiff voraussichtlich jährlich etwa 25.000 Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Das Ziel des Projekts besteht darin, während einer 18-monatigen kommerziellen Demonstrationsphase über 3.000 Stunden Betriebsdaten unter realen Bedingungen zu sammeln. Dies wird wertvolle Erkenntnisse über die Fahrleistung, Hafenmanöver und Bunkerverfahren liefern. Die Daten werden als Grundlage für zukünftige Schiffsprojekte, regulatorische Vorgehensweisen und Investitionsentscheidungen dienen. Ein wesentlicher Bestandteil der HyShip-Mission bildet die Entwicklung einer sicheren, skalierbaren Infrastruktur zur Unterstützung dieser Wasserfahrzeuge. Der Konsortialpartner LH2 Shipping aus Norwegen leitet die Planung, den Bau und den Betrieb des Hafenbunkersystems und stellt sicher, dass flüssiger Wasserstoff sicher und effizient von Land an Bord übertragen werden kann.
Ein skalierbares Wasserstoff-Ökosystem etablieren
Die Bedeutung dieses Projekts reicht weit über den Erfolg zweier einzelner Schiffe hinaus. HyShip bringt die betrieblichen Kenntnisse und Sicherheitsnormen hervor, die erforderlich sind, um dieses Modell auf europäischen Kurzstreckenseeverkehrsrouten zu replizieren. Das Projekt vereint ein vielfältiges Konsortium aus Reedereien, Technologieanbietern, Forschungseinrichtungen, Klassifikationsgesellschaften und Infrastruktursachverständigen, um die gesamte Wertschöpfungskette für flüssigen Wasserstoff zu validieren. Tore Boge, der bei Projektkoordinator Maritime CleanTech die EU-Projekte leitet, nimmt zur Bedeutung dieser Zusammenarbeit in einer auf der HyShip-Website veröffentlichten Pressemitteilung(öffnet in neuem Fenster) wie folgt Stellung: „Der Markt benötigt Projekte, die Unsicherheiten abbauen, Partner aufeinander abstimmen und Entscheidungen über Zukunftsinvestitionen erleichtern. Diese Zusammenarbeit ist von strategischer Bedeutung, da sie zum Aufbau von Vertrauen in flüssigen Wasserstoff als tragfähigen Brennstoff für den Seeverkehr beiträgt.“ Da HyShip (DEMONSTRATING LIQUID HYDROGEN FOR THE MARITIME SECTOR) unter Beweis stellt, dass flüssiger Wasserstoff als Antrieb für regelmäßige Frachtdienste in hoher Frequenz fungieren kann, demonstriert das Projekt nicht nur eine neue Brennstoffquelle, es bringt auch einen bedeutenden Wandel im Schifffahrtssektor voran. Die aus dem grünen Korridor zwischen Oslo und Rotterdam gewonnenen Erkenntnisse tragen maßgeblich zur Gestaltung der Vorschriften, Sicherheitsrahmen und Geschäftsmodelle bei, die die emissionsfreie Schifffahrt der Zukunft prägen werden. Weitere Informationen: HyShip-Projektwebsite(öffnet in neuem Fenster)